Der Charme der Theaterpuppe

Posted by on 20. April 2012

Fingerpuppen, Stockpuppen, Sockenpuppen, Marionetten: Über 100 Figuren machen das Sparkassenhaus zur Kleinkunstbühne.

Thüringer Puppenspieler stellten für die Wanderausstellung ihre kunstvollen Mitspieler zur Verfügung

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Der voluminösen Alten in bunter Kittelschürze, vernachlässigter Frisur, wulstigen Lippen und arglistigem Blick möchte man im wirklichen Leben lieber nicht begegnen. Sie scheint missgünstig auf jeden und alles zu sein. Vor allem aber scheint sie es abgesehen zu haben auf das kleine gerupfte Entchen.

Das kleine graue hilfsbedürftige Etwas und die missmutige Kittelschürzen-Oma sind zwei von etwa 100 Theaterpuppen, die derzeit im Sparkassenhaus am Untermarkt kunstvoll in Szene gesetzt sind. Die Exponate stellten Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Puppenspiel Thüringen zur Verfügung. Als Wanderausstellung konzipiert, soll das „Prinzip Puppe“ wieder näher in den Blickpunkt rücken. „Ausgehend von Kultfiguren, die als Mittler zwischen Menschen und Göttern fungieren, wollen wir mit der Ausstellung die wichtigsten traditionellen Theaterpuppen im europäischen raum zeigen“, erklärte Monika Bohne vom Erfurter Alteiertheater. Sie erläuterte die Puppe als Werkzeug und kommunikatives Medium, als Kultfigur und Bildwerke und als Stellvertreter für menschliche Handlungen.

Der Regie folgend, ging dann auch bald das Licht fast aus. Auf minimaler Kleinkunstbühne nahm ein kleines feines Puppenspiel seinen Lauf. Mit bekannten Fabeln des griechischen Dichters Äsop begeisterte Monika Bohne gemeinsam mit ihrer Puppenspieler-Kollegin Angelika Helbig die abendlichen Ausstellungsgäste.

Die sowohl für Erwachsene als auch Kinder attraktive Wanderausstellung war bereits in Erfurt und Weimar zu sehen. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit der Landesarbeitsgemeinschaft Puppenspiel, dem Mühlhäuser Verein 3K und der Sparkasse Unstrut-Hainich. „Trotz der vielen Unterhaltungsangebote der modernen Medien haben die Theaterpuppen ihren Charme und ihren Reiz nicht verloren. Ich freue mich, dass wir unseren Besuchern eine so schöne Ausstellung präsentieren können“, sagte Sparkassenchef Christian Blechschmidt am Dienstagabend zur Ausstellungseröffnung.

Die Wanderausstellung „Prinzip Puppe“ mit der kittelbeschürzten Alten, dem zum Herzerbarmen hässlichen Entlein und den anderen etwa 100 Gesellen als Fingerpuppen, Stockpuppen, Sockenpuppen, Flachfiguren, Kaukautzkys, Marotten und anderen kann bis zum 4. Mai während der Öffnungszeiten des Sparkassenhauses besucht werden.

 

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