Reflexionen über einen Umstrittenen

Posted by on 31. März 2012

Der Verein Kunstwestthüringer widmet seine Jahresausstellung der Reformationsdekade.

In „kopflos“ versuchen die Künstler eine Annäherung an Thomas Müntzer

 

Mühlhausen. „kopflos“ titelt der Verein Kunstwestthüringer seine diesjährige Jahresausstellung. Die wird am kommenden Sonntag, 1. April, um 11 Uhr in der Kirche Divi Blasii am Untermarkt eröffnet. 15 Kunstwestthüringer zeigen dort ihre Reflexionen über den heute noch umstrittenen Reformator Thomas Müntzer. Etwa 25 Arbeiten werden sie dafür in die Kirche bringen.

„Die Ausstellung soll ein Beitrag innerhalb der deutschlandweiten Aktionen der Reformationsdekade bis zum Jubiläum im Jahr 2017 sein“, erklärte Juliane Döbel, die stellvertretende Vorsitzende der Künstlervereinigung.

Die Reformationsdekade würdigt vor allem den Reformator Martin Luther. Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte dieser

Uwe Zänker aus Treffurt schickte seine Foto-Acryl-Arbeit „kopflos kopfüber“ für die Ausstellung. „Eine sehr fantasievolle Arbeit“, würdigen Juliane Döbel und Ralf Klement vom Kunstwestthüringer. Foto: Iris Henning

95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. Der berühmte Thesenanschlag Luthers an die Tür der Wittenberger Schlosskirche gilt als Beginn der Reformation. Diese Tat löste eine weltweite Bewegung aus, welche die Menschen nachhaltig beeinflusste und weltweit Spuren hinterließ. Die Reformation prägt neben Kirche und Theologie auch Musik und Kunst, Wirtschaft und Soziales, Sprache und Recht. Kaum ein Lebensbereich bleibt von der Reformation unberührt. Am 31. Oktober 2017 jährt sich der Thesenanschlag zum 500. Mal.

Auch der Prediger Thomas Müntzer will die Reformation durchsetzen, allerdings radikaler als Martin Luther. Er setzt sich an die Spitze der nordthüringischen Bauernbewegung,. Sein Widerstand richtet sich nicht nur – wie der Luthers – gegen die kirchliche Ordnung, sondern vor allem gegen die herrschenden weltlichen ständishen Strukturen. Die berühmten „Mühlhäuser 11 Artikel“ Müntzers führten letztlich dazu, dass am 17. März 1525 der radikal-demokratische „Ewige Rat“ in der Stadt eingesetzt wurde.

Thomas Müntzer scheitert jedoch in seinem Bemühen, die Thüringer Bauernhaufen zu vereinen. Er wird gefangen genommen und noch 1525 vor den Toren der Stadt enthauptet.

Die Ausstellung „kopflos“ widmet sich dem Theologen Thomas Müntzer. Zu erwarten sind kritische Auseinandersetzungen im neu eingesetzten Nachdenken über den Theologen, Reformator und Revolutionär. „Mit dieser Ausstellung wollen wir nicht nur an der Diskussion über das neue Müntzerbild teilnehmen. Wir wollen damit auch die Jahreshauptversammlung der Thomas-Müntzer-Gesellschaft bereichern, die am 12. und 13. Mai in Mühlhausen tagt“, so Juliane Döbel. Die Versammlung hat sich das Thema „Kultur neu denken – Macht, Reformation, Freiheit“ gestellt. Erwartet werden Historiker und Theologen aus ganz Deutschland.

Ein herzliches Dankeschön richtet der Kunstwestthüringer an das Evangelische Kirchspiel und Pfarrer Andreas Schwarze, die die Ausstellung in der Kirche ermöglichen zudem an die Stadt Mühlhausen für die freundliche Unterstützung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.