Eine Runde für die Kultur

Posted by on 27. März 2012

Während des Kulturforums wurden Landrats- und Oberbürgermeisterkandidaten nach ihren Visionen befragt.

Im politischen Smalltalk bekannten sich alle zum Faktor Kultur.

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. Wäre er, Jürgen Ziegenfuß (CDU/FDP), Landrat, würde er die Kultur im Landkreis zum Wirtschaftsfaktor entwickeln wollen. Das sagte der Landratsherausforderer am Mittwochabend während des Kulturforums. Dazu hatten der Verein 3K, der Mühlhäuser Kulturbund und der Freundeskreis Mühlhäuser Museen die Kandidaten für die Ämter des Landrates und Oberbürgermeisters in das Puschkinhaus eingeladen. Klar, dass da die Fragen um das Sein oder Nichtsein der Kultur in den Fokus gerückt wurden.

Michael Kost (B 90/ Grüne) – ebenfalls Landrat-Herausforderer – betrachtete in seinen vielen Sätzen die Kultur als „Ausdruck von Lebendigkeit“.

Wie der Amtsinhaber es mit der Kultur hält, war an diesem Abend nicht zu erfahren. Harald Zanker (SPD) ließ sich entschuldigen, schickte aber Grüße von seiner 24-Stunden-Fahrradtour, die ihn gerade durch den Landkreis führte.

„Eine Stadt ohne Kultur wäre nichts wert“, ist die Kernaussage von Johannes Bruns, der SPD-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters. Knut Ewers (B 980 / Grüne) betrachtet Kultur als „Standortfaktor“ und Volker Bade (CDU) sieht die Zukunft der Kultur eng an die Wirtschaft gekoppelt. Für Jörg Kubitzki (Linke) ist Kultur ein Ausdruck von Lebensqualität einer Stadt.

Fünf Fragen hatten sich die Organisatoren für die Bewerber ausgedacht. Jeweils eine Minute Zeit blieb für die Antwort. Schwieriger waren die Blitzfragen. Nicht jeder wusste, wie viel Kirmesgemeinden es in Mühlhausen gibt oder dass die Gemeinde Diedorf stolz auf ihr Strumpfmuseum ist.

Angenehm zu hören war für die vielen Kulturschaffenden und Kulturfreunde, die den Puschkinhaussaal bis auf den letzten Platz füllten, dass sich ausnahmslos alle Kandidaten für den Erhalt der Kultur einsetzen wollen. Namentlich genannt wurden die Mühlhäuser Museen, das Theater 3K und der Kulturbund, die an diesem Abend auch oft als die „drei Hauptsäulen“ bezeichnet wurden. Die Visionen, trotz knapper Kasse die Kultur zu fördern, sind dagegen unterschiedlich. Ziegenfuß will Kultur und Tourismus stärker miteinander verbinden und Sponsoren suchen, Kost schlägt einen Kulturförderkreis vor, Kubitzki setzt auf Planungssicherheit bei der Finanzierung und wünscht sich weitere Partner in den Zweckverband Mühlhäuser Museen, Bade sieht mehr bürgerliches Engagement als unerlässlich, Bruns plädiert für die weitere Förderung der Hauptsäulen sowie aller Vereine und Verbände in der Region auch mit Unterstützung der Bürger und Ewers möchte sich für ein Themenmuseum in der Stadt engagieren.

Viel Applaus gabe es zum Schluss der Runde. Der galt wohl auch dem Moderator, Andreas Schwarze, der im Auftrag der Organisatoren des Kulturforums die Fragestunde zum interessanten politischen Smalltalk gestaltete. Einen kulturellen Akzent setzte zudem die 3K Theaterwerkstatt, die ihr Hausmädchen Berthe (Astrid Bank) aus der neuen Inszenierung „Boeing Boeing“ zur herzlich-deftigen Begrüßung der politischen Gäste geschickt hatte.

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