Der bärenstarke Bärlauch sprießt

Posted by on 26. März 2012

Alle Jahre wieder verwandeln sich die sanften Hainichhügel in grüne Teppiche

Liebhaber schätzen den Waldknoblauch als aromatisches Küchenkraut

 

Von Iris Henning

Hainich. Auf diese Zeit haben viele schon lange gewartet. Jetzt beginnt er endlich in den Hainich-Wäldern zu sprießen: der bärenstarke Bärlauch. Er wächst mit den Frühjahrsblühern um die Wette und bedeckt die sanften Hügel im Hainich mit sattem Grün. Vor allem kulinarisch hat der Bärlauch einiges zu bieten. Nicht ohne Grund haben unsere Vorfahren die Pflanze auch Waldknoblauch und Wilder Knofel genannt. Seine aromatischen, nach Knoblauch schmeckenden Blätter lassen sich zu allerlei leckeren Speisen verarbeiten. Sie schmecken frisch auf dem Butterbrot, als Pesto zu Nudeln, in Salaten und Suppen.

Viele Mythen und Sagen sind mit dem Bärlauch verbunden. Die alten Germanen verehrten den «Bärenlauch» als eine

Mit dem Frühling kommt der Bärlauch. Schnell bedeckt sein Grün die Hainichhügel. Foto: Iris Henning

besonders heilkräftige Pflanze. So galt der Bär bei den Germanen als ein Seelentier und Urwesen, der mit seiner unumschreiblichen Kraft und Stärke die Macht des Winters in die Knie zwingt und neues Leben hervorbringt. Der Bär, der vor seiner Ausrottung einst auch im Hainich zu Hause war, galt als ein Frühlingsbringer.

Der Name Bärlauch dagegen geht auf den Braunbär zurück, der sich nach seinem ausgedehnten Winterschlaf den hungrigen Bauch vollschlägt. Die alten Germanen sollen es den Bären nachgemacht haben. Sie glaubten, durch den Verzehr von Bärlauch ebenfalls bärenstark zu werden.

Heute ist der Bärlauch vor allem als aromatisches Küchenkraut gefragt. Das frische Kraut wird gern für Kräuterquark, in Suppen und Soßen oder im Salat verwendet. Auch im Brot wird das Würzkraut geschätzt. Aufgrund seiner Beliebtheit zieht es immer mehr Menschen in den Wald, um das herzhafte Lauchgewächs selbst zu sammeln.

Doch Vorsicht: Trotz des knoblauchähnlichen Geruchs wird die Pflanze von Sammlern immer mal wieder mit giftigen Doppelgängern verwechselt. Die jungen Blätter des Bärlauch ähneln denen vom giftigen Maiglöckchen und der sehr giftigen Herbstzeitlose. Besonders in den Monaten April und Mai häufen sich die Vergiftungsfälle.

 

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