Forscher weist auf Wissenslücken hin

Posted by on 13. März 2012

Der Biologe Dr. Ralf Weise stellte die Säugetiere in der Region vor

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. Zwischen Suhl und Nordhausen, Eisenach und Altenburg leben 76 verschiedene Säugetiere. Das Größte, der bis zu 150 Kilo schwere Rothirsch, kennt wohl jeder. Bei den Kleinsten wird es schon schwieriger. Die winzige Zwergspitzmaus bringt gerade mal 2,6 bis 5,9 Gramm auf die Waage. Nur selten sind die scheuen Tierchen zu entdecken.

Die Säugetiere der Region stellte der in Eigenrieden lebende Naturwissenschaftler und Tierfotograf Dr. Ralf Weise jetzt während eines Vortragsabends im Kulturbund vor. Dazu hatte der Freundeskreis „Heimische Natur“ eingeladen. Zwar seien alle Arten zwischen Rothirsch und Zwergspitzmaus erfasst, sagte er. Aber die Kleinsäuger wie Siebenschläfer, Haselmaus, Hamster und Co. führen ein Schattendasein im wissenschaftlich erforschten Lebensraum der Tiere. Über Verbreitung und Vorkommen ist nur wenig bekannt.

Den Grund dafür sieht der Wissenschaftler im fehlenden gesellschaftlichen Interesse.

Erkenntnisse über das Vorkommen der Kleinsäuger stammen meist aus privaten Forschungen. So sammelt Dr. Weise seit

Seit Jahren widmet sich Dr. Ralf Weise der Erforschung der Kleinsäuger in der Region. Über den Kenntnisstand referierte er jetzt im Kulturbund. Neben beeindruckenden Lichtbildern zeigte er auch Präparate. Foto: Iris Henning

Jahren akribisch alle Hinweise über Kleinsäuger und deren Vorkommen in der Region. Dabei, so erzählt er während des populärwissenschaftlichen Lichtbild-Vortrages, helfe ihm unter anderen die Speisekarte der Eulen, die mit Vorliebe Mäuse verspeisen.

So seien für ihn die Gewölle der nachtaktiven Raubvögel sehr interessant. Gewölle sind unverdauliche Reste der Nahrung von Eulen. Im Magen formen die sich zu Ballen und werden später als sogenanntes Gewölle ausgewürgt. Für ihn – Dr. Weise – sind die Gewölle eine Fundgrube. Anhand der winzigen Skelettteilchen aus diesem tierischen Nachlass kann er schlussfolgern, welche Kleinsäuger in der Umgebung des Eulennestes vorkommen: Feldmaus, Waldmaus, Gelbhalsmaus, Waldspitzmaus, Feldspitzmaus und Erdmaus sind beispielsweise für eine Schleiereule Delikatessen.

Die geflügelten Jäger hausen allerdings oft auf Privatgelände. Der Naturwissenschaftler bittet Grundstückbesitzer, die eine Eule in ihrem Garten wissen, um das Gewölle, das die Tiere hinterlassen. Auch Gewölle aus Wald und Flur mit möglichst genauen Angaben zum Fundort sind für seine Forschungen über die Kleinsäuger in der Region von Interesse.

Wer den Naturwissenschaftler bei seiner Forschung unterstützen will, kann sich direkt an ihn in seinem Planungsbüro in Mühlhausen, (03601) 7992922, wenden.

 

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