Von Verantwortung und Gerechtigkeit

Posted by on 5. März 2012

Mister Tagesschau Ulrich Wickert sprach als Ehrengast im Westthüringer Colloquium über Werte.

Eine Sammlung brachte mehr als 1000 Euro für die Stiftung Westthüringen

 

Von Iris Henning

Bad Langensalza. „Werte werden nur dann mehr Werte schaffen, wenn man etwas dafür tut“. Das sagte der ehemalige „Mister Tagesschau“ Ulrich Wickert am Donnerstagabend im vollbesetzten Kultur- und Kongresszentrum in Bad Langensalza. Wickert war Ehrengast während des neunten Westthüringer Colloquiums „Werte schaffen Werte“, zu dem die VR Bank Westthüringen und die Stiftung Westthüringen Kunden, Geschäftspartner und Freunde eingeladen hatten.

Nicht materielle, sondern ideelle Werte stellten Bank und Stiftung in den Fokus des Abends. Dem Stellenwert von Verantwortung, Ethik und Moral in der Welt der Wirtschaft widmete sich der fast zwei Meter große Tagesschau-Mann, der sich dem Podium auch als „Markenbotschafter der Volks- und Raiffeisenbanken vorstellte, in seinem Referat. Spontanen Applaus gab es für seine Forderung, das Fach Wirtschaftsethik in allen Wirtschaftsfakultäten zum Pflichtfach zu erklären. Betriebswirtschaftlicher Gewinn, so Wickert, könne in einer humanen Gesellschaft nicht alleiniger Maßstab sein. Verantwortung und Gerechtigkeit seien ebenso wichtige Attribute zum Funktionieren einer Gesellschaft.

Als kritischer Journalist und Buchautor hat sich Wickert immer wieder dem Thema „Werte“ gestellt und sich gefragt, warum so vieles in der Gesellschaft schief läuft. Genossenschaften sieht er als eine Möglichkeit für gerechtes und verantwortungsbewusstes Wirtschaften.

An die Gründung der ersten Genossenschaften vor 160 Jahren erinnerte Jan Kalbitz, Vorstand der VR Bank Westthüringern eG und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Westthüringen, während des Colloquiums. Heute gebe es mehr als 7600 genossenschaftliche Unternehmungen in Deutschland und mehr als 300.000 in Europa. Um verstärkt auf die Bedeutung von Genossenschaften und damit auf Werte wie Verantwortung und Gerechtigkeit hinzuweisen, sei das Jahr 2012 von der UN-Vollversammlung zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt worden.

Über moralische Werte und die Chance der Wertsteigerung diskutierten anschließend der Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Tonna, Oberregierungsrat Jens Kreisl, der Ärztliche Direktor des Ökumenischen Hainich Klinikums, Prof. Dr. Lothar Adler, sowie der Direktor des Ernestinum Gymnasiums Gotha, Dr. Lutz Wagner, mit Ulrich Wickert und Jan Kalbitz. Moderiert wurde die Talk-Runde von Peter Escher vom MDR.

Seit nun neun Jahren stellt die Veranstaltungsreihe „Westthüringer Colloquium“ mit Prominenten aus Politik und Wirtschaft spannende gesellschaftlichen Themen und Fragen in das regionale Rampenlicht. Seit fünf Jahren moderiert Escher die Promi-Runden. So nahmen auf dem Westthüringer Colloquium-Sofa unter anderem bereits Grogor Gysi, Rita Süßmuth, Norbert Blüm und Andreas Langenscheidt Platz sowie der jetzt zum Bundespräsidenten nominierte Joachim Gauck. Am bestbesuchten war das jetzige neunte Colloquium. Mehr als 530 Besucher wurden begrüßt, darunter auch Mitglieder regionaler Genossenschaften und Stiftungen und Vertreter gemeinnütziger Vereine und Verbände.

Eine Spendensammlung zum Schluss der Veranstaltung brachte 1032 Euro. Das Geld geht auf das Konto der Stiftung Westthüringen. Das freute sowohl die Stiftung als auch Mister Tagesschau: „Um aus Werten Werte zu schaffen, muss man weder Held noch Heiliger sein“, sagte er. Verantwortung sowohl für sich als auch für das Funktionieren in einer Gesellschaft könne jeder übernehmen.

 

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