Ein Oscar für den „Testfahrer“

Posted by on 5. März 2012

Mühlhäuser Filmcrew beteiligte sich am Thüringer Landesfilmfestival und kehrte mit fünf Preisen zurück.

Die „Goldene Filmthuer“ ging an den jungen Regisseur Florian Arndt

 

Von Iris Henning

Jena / Mühlhausen. Abgeräumt bei der 10. „Filmthuer“, dem Landesfilmfestival Thüringens in Jena, haben Florian Arndt und Arvid Neid von der Filmfabrik Mühlhausen. Für ihre 20-minütige Dokumentation „Testfahrer“ erhielten sie den Hauptpreis, die „Goldene Filmthuer“, in der Kategorie Jugendfilm sowie den „Förderpreis Jugend“ als Sonderpreis und in der Einzelbewertung nochmals den ersten Preis. Einen Sonderpreis gab es außerdem noch für die „Beste Montage“. „Das freut mich besonders, weil wir für unseren 20-minütigen Film etwa 130 Stunden im Studio gesessen und geschnitten haben“, jubeln Regisseur Florian Arndt und Kameramann Arvid Neid.

Die beiden Jugendlichen zeichnen in ihrer 20-minütigen Dokumentation ein authentisches Bild von Volkmar

Florian Arndt (l.) und Arvid Neid im Freudentaumel – sie gewannen den Hauptpreis, die "Goldene Filmthuer". Foto: privat

Kirschbaum, einem 69-jährigen Rollstuhlfahrer. Der schwer kranke Mühlhäuser hat herbe Schicksalsschläge hinnehmen müssen und doch seine Lebensfreude nicht verloren. Zwischen Freud und Leid spannen die jugendlichen Filmautoren seine Biografie. Sie lassen ihren Filmhelden von der Krebserkrankung seiner Frau erzählen und davon, wie sie gestorben ist. „Ich darf mich nicht dran erinnern, sonst heul ich“, sagt er. Schnitt. In der nächsten Szene sieht man den Rentner an seiner Kuscheltierwand. Er drückt die plüschigen Gestalten, sie geben seltsame Geräusche von sich, Kirschbaum witzelt: „Das ist der schwule Weihnachtsmann“.

Insgesamt wurden 67 Filme wurden am Wochenende während der 10. „Filmthuer“ gezeigt, darunter zwei Filme des Mühlhäuser Teams. Neben dem „Testfahrer“ hatte es sich noch mit „Mindbreak“ beworben, einem 11-minütigem Kurzfilm, der zeigt, wie sich ein Mann auf drastische Weise die Erinnerung nimmt. „Mindbreak“ erhielt den Sonderpreis „Beste Kamera“ (Kameraführung lag in Händen von Johann Skatulla) und in der Einzelwertung den zweiten Preis.

Beide Mühlhäuser Wettbewerbsbeiträge haben sich für die nächste Runde qualifiziert. Der „Testfahrer“ wurde für die Teilnahme am deutschlandweiten „Bundes-Filmfestival Dokumentarfilm“ in Bad Liebenstein nominiert. „Mindbreak“ schaffte es zur Teilnahme am Bundesfilmfestival „Fantex – Fantasie-Experimentalfilm und Videoclips“ nach Waiblingen in Baden-Württemberg.

„Ich bin überglücklich“, freute sich Regisseur Florian Arndt über den großen Erfolg. „Für uns ist es etwas ganz Besonderes, an einem Abend gleich fünf Auszeichnungen zu bekommen“, sagte er.

Die Dokumentation „Testfahrer“ wird demnächst auch in Mühlhausen als Filmpremiere zu sehen sein. Die Premiere steht im Hauptprogramm des 1. Festivals „Lichtbildzeit“ am Samstag, 17. März, 20 Uhr, in der 3K-Spielstätte Kilianikirche.

 

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