Ein festlich-grotesker Schlagabtausch

Posted by on 29. Februar 2012

Das Jugendstück „Der Ball“ feiert am Samstag, 25. Februar, seine Premiere in der Mühlhäuser 3K-Spielstätte Kilianikirche.

Eine schöne Gastgeberin will ein perfektes Fest arrangieren, das sich zum Zickenkrieg entwickelt

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. Die gut aussehende und wohl situierte Jordan (Laura Freiboth) hat sich noch schöner gemacht als sie ohnehin schon ist. Sie ist Gastgeberin eines Balls. „Der Ball“ soll ein rauschendes Fest werden, voller Höhepunkte und Perfektion. Diesen Plan verfolgt die eitle und von sich überzeugte Gastgeberin, für die alles, was sie umgibt, perfekt sein muss.

Dumm nur, dass sie die Rechnung ohne ihre Gäste gemacht hat. Da wäre eine Sängerin, eine Möchte-gern-Diva, die vorgibt, dass alles an ihr perfekt ist. Nicht gerade vorteilhaft zudem ist die von Jordan engagierte Eventmanagerin. Die gibt sich unersetzlich und fleißig-dienerisch. Dabei ist sie in Wirklichkeit so unerfahren, dass ihr schon bald der ganze Trubel über den Kopf wächst und eine rasante Eigendynamik entwickelt. Schließlich verschafft sich noch ein Penner Zuritt in die Festgemeinschaft, der vorgibt, seinen Vater zu suchen. Der Typ passt nun gar nicht in die angeblich feine Gesellschaft. Jordan hat noch mehr Pech. Da gibt es noch den verschmähten Liebhaber, der nicht verstehen will, warum seine Liebe unerwidert bleibt. Und da ist noch eine einfache Kellnerin, die niemand so recht wahrnimmt.

Es dauert auch nicht lange, da prallen soziale Welten aufeinander. Während unsere schöne Gastgeberin immer noch überzeugt ist, sie hätte alles im Griff, gerät das vermeintlich perfekte Szenerio bereits aus den Fugen. „Der Ball“ entpuppt sich plötzlich als festlich grotesker Schlagabtausch menschlicher Befindlichkeiten, als famoser Zickenkrieg, bei dem die Schönen alle Register ihrer verbalen Schmähungskunst ziehen, um ihre Hassliebe zueinander auszuleben. Schließlich wird „Der Ball“ noch zu einem Ort des Verbrechens. Doch wer war der Mörder?

„Der Ball“ ist eine Eigeninszenierung der 3K-Jugendgruppe unter Leitung von Matthias Seidel. Mit viel Witz und Tücke entwickelt sich ein grotesk-turbulentes Fest auf der Bühne, das sich nicht um aktuelle Nähe in den alltäglichen menschlichen Beziehungen sorgen muss. „Der Ball“ ist ein Stück, dessen Figuren sich herzhaft komisch lieben, hassen und verletzen wollen, koste es, was es wolle. Da bleibt kein Hieb unausgeteilt – und beim Publikum kein Auge trocken.

„Der Ball“ gibt am Samstag, 25. Februar, um 20 Uhr in der 3K-Spielstätte Kilianikirche seine Premierenvorstellung.

DIASCHAU

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