Kleinteilige und vielgestaltige Kunstlandschaft

Posted by on 19. Februar 2012

Galeriespaziergang: Ein berühmtes Pflaster für avantgardistische zeitgenössische Kunst ist der Unstrut-Hainich-Kreis nicht.

Doch es gibt eine Vielzahl an kleinen Galerien. Ein Dutzend stellten wir vor

 

Von Iris Henning

Landkreis. Der Unstrut-Hainich-Kreis verfügt über eine beträchtliche Dichte an Galerien. Die Älteste ist weit über 35 Jahre alt – sie gehört dem Mühlhäuser Kulturbund. Die Umfangreichste – mit Ausnahme der Galerien in den Museen – ist die des Vereins „Kunstwestthüringer im Schloss Dryburg in Bad Langensalza. Die kleinste Galerie mit gerade mal viereinhalb Quadratmetern ist die der Künstlervereinigung „Trilobit“ in Dachrieden. Eine der Jüngsten und Interessantesten ist die Galerie Zimmer in Mühlhausen am Stadtberg

Der Spaziergang durch einige der Galerien im Landkreis macht deutlich: Der Unstrut-Hainich-Kreis ist mehr als eine Region zwischen dem Flüsschen Unstrut und dem Höhenzug Hainich, zwischen Thüringer Bratwurst und Kartoffelklößen, zwischen Trachtenfest und Rosenkönigin. Der Landkreis trägt ein schönes, reichbebildertes Gewand, gestaltet aus dem mannigfaltigen Geflecht der bildenden Kunst, die überwiegend aus der Region kommt.

Wenn auch dieses Gewand in der eigenen Region noch zu wenig Beachtung findet, ist es eine Besonderheit, die den Unstrut-Hainich-Kreis charakterisiert. Die Galerien prägen die zeitgenössische regionale Kunstlandschaft. Diese Kunstslandschaft ist zwar kleinteilig, aber äußerst vielgestaltig. Mit Grafik und Malerei, Keramik und Bildhauerarbeiten, Fotografie und Objekten widmen sich mehr als 50 Künstler in der Region mit ihren ganz individuellen Handschriften den verschiedenen Sujets. Mit ihren Arbeiten – die meist keinen Käufer finden – trotzen sie mitunter mit beneidenswerter Kühnheit und Entschlossenheit der immer wieder anzutreffenden Kunst-Ignoranz und Verständnislosigkeit sowohl gegenüber den Arbeiten als oft auch gegenüber den Künstlern.

Was von den vielen Arbeiten noch Generationen später Bestand und Bedeutung innerhalb des geschichtlichen Kunstraumes haben wird, können wohl auch die Kunstexperten nur bedingt einschätzen. Gut möglich, dass in 30, 40, 50 oder mehr Jahren ein Künstler oder eine Künstlerin aus der Region „entdeckt“ wird und posthum die große Würdigung beginnt. Aber auch das ist Spekulation.

Mit der Serie „Galerie-Spaziergang“ sollte aufmerksam gemacht werden auf eine facettenreiche Besonderheit mit dem Ziel, dieser mehr Beachtung zu schenken. Insgesamt wurden zwölf Galerien vorgestellt. In allen Galerien sind Gäste stets herzlich willkommen.

 

Vorgestellt wurden:

Kleine Galerie im Kulturbund in Mühlhausen

Galerie Arndt in Volkenroda

Rathaus-Galerie in Bad Langensalza

Galerie im Gesundheitszentrum am Forstberg in Mühlhausen

Galerie im Augustinerkloster in Bad Langensalza

Galerie im Goldackerschen Schloss in Weberstedt

Galerie im Schloss Dryburg in Bad Langensalza

Mini-Galerie in Dachrieden

Galerie im Kunsthaus in Mühlhausen

Galerie Zimmer in Mühlhausen

Galerie von Siegfried Böhning in Bollstedt

Galerie von Harald Stieding in Bad Langensalza

 

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