Achtbeinige Berühmtheit

Posted by on 11. Februar 2012

Die Große Höhlenspinne schaffte es in diesem Jahr zu dreifacher Auszeichnung

 

Von Iris Henning

Mühlhausen. Wie Namen täuschen können. Die Große Höhlenspinne ist eigentlich gar nicht so groß. Das Männchen erreicht etwa 11 bis 13 Millimeter Größe, das Weibchen 14 bis 17 Millimeter. Im Vergleich zur Goliath-Vogelspinne, die mit einer Beinspannweite von fast 30 Zentimetern zu den größten Spinnen der Welt gehört und in den Regenwäldern Südamerikas zu Hause ist, sind die in Europa vorkommenden Großen Höhlenspinnen geradezu Zwerge.

Dieser achtbeinige Spinnenzwerg schaffte es in diesem Jahr zu dreifacher Auszeichnung: Sie ist die Spinne des Jahres

Die Große Höhlenspinne lebt in Kellern, Bergwerken oder unterirdischen Höhlen und steht für eine große Zahl an Tierarten, die auf geschützte Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Foto: Ralf Weise

2012, das Höhlentier des Jahres 2012 und die Europäische Spinne des Jahres 2012.

Doch Menschen mit Spinnenphobie müssen keine Bange haben, der Berühmtheit nun ein Fleckchen Lebensraum in der guten Stube einräumen zu müssen. Dort fühlt sich die Höhlenspinne nämlich überhaupt nicht wohl. Sie lebt überwiegend in Naturhöhlen, in Felskellern oder in Bergwerksstollen und ernährt sich am liebsten von Käfern, Asseln und Tausendfüßlern. Die stehen auf dem Speiseplan ganz oben. Obwohl die Große Höhlenspinne auch Netze spinnt, fängt sie ihre Beute meist an der Höhlenwand hängend.

Die Große Höhlenspinne ist eine von 955 bekannten Streckerspinnen weltweit, in Europa kennt man 29, in Mitteleuropa 19 Arten.

In Südamerika würde unsere magere Höhlenspinne allerdings kaum Beachtung finden. Die Goliath-Vogelspinne dagegen schon. Die wird dort von Einheimischen in einigen abgelegenen Gebieten gegessen und soll sogar eine Delikatesse sein.

 

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