Jede Vernissage ist ein Fest

Posted by on 3. Februar 2012

Galeriespaziergang: Ein berühmtes Pflaster für avantgardistische zeitgenössische Kunst ist der Unstrut-Hainich-Kreis nicht.

Doch es gibt eine Vielzahl an kleinen Galerien. Einige stellen wir vor. Heute: die Galerie Zimmer in Mühlhausen

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Es war kurz vor Weihnachten im Jahr 2007. Da öffnete im Süden der Stadt, am Goetheweg 28, Peter Zimmer seine kleine Privatgalerie. Damit erfüllte sich der damals noch im Schuldienst aktive Pädagoge einen langgehegten Traum.

Willibald Böck und Isabel Franke waren die Ersten, die auf den 70 Quadratmetern Ausstellungsfläche – aufgeteilt auf drei Räume – Kunst aus Thüringen ausstellten. Der eine Malerei, die andere Keramik. Seit dem ist die Galerie ein Treffpunkt für Künstler und Kunstfreunde mit wachsender Beliebtheit. 21 Ausstellungen hat Peter Zimmer seit jenem ersten Mal bis heute organisiert. Sehr gut besucht waren alle Vernissagen sowie die musikalischen und literarischen Veranstaltungen, die er ebenso gern auf den 70 quadratmetern Galeriefläche anbietet. Zu einem Haus der niveauvollen Kleinkunst einwickelte der Galerist seine Adresse, wohlwissend, dass er als Privater auf Zuschüsse für das kulturelle Angebot nicht hoffen kann.

Peter Zimmer ist Idealist, wenn es um Kunst geht. Die Ökonomie, so zwingend sie auch ist, besetzt bei ihm nicht die erste Reihe. Das spüren die Gäste, wenn sie von ihm und seiner Gattin Bärbel mit einem überaus freundlichen „Herzlich willkommen“ und einem Glas Sekt zu den Vernissagen empfangen werden. Jede Vernissage gestaltet das Ehepaar zu einem kleinen, genussvollen Fest.

Peter Zimmer, Jahrgang 1951, interessiert sich schon lange für Kunst und Künstler. Im Mühlhäuser Kulturbund war er in den 1980er Jahren der Macher, wenn es um Ausstellungen ging. Lotte Bech stellte er vor und Ute Wittig, Dieter Hennig und Reiner Ende und noch viel mehr. Selbst einen so großen Namen wie Werner Tübke holte er nach Mühlhausen.

Auch in seiner heute eigenen Galerie klingen die Namen der Künstler, die bereits ausgestellt haben, nach Vielfarbigkeit: Horst Wagner und Ekkehard Franz, Kerstin Borchardt und Manon Grashorn, Frank Steenbeck und Volkmar Kühn.

Auf Kunst aus Thüringen setzte Peter Zimmer den Schwerpunkt, was für ihn nicht ausschließt, auch Künstler aus anderen Regionen Ausstellungsplatz anzubieten. Die erst kürzlich zu Ende gegangene Jubiläumsausstellung wurde von Antje Fretwurst-Colberg aus dem Norden Deutschlands, aus Dändorf nahe dem Fischland, gestaltet. Die gegenwärtige 21. Ausstellung zeigt die anrührenden und liebenswerten Arbeiten der Buchillustratorin Sabine Wilharm aus Hamburg.

Die nächste Ausstellung wird wieder von einer Thüringerin gestaltet. Antje Kraft kommt ab 21. April mit ihren wunderbaren Filzobjekten und Grafiken nach Mühlhausen.

DIASCHAU

In der nächsten Folge stellen wir die Galerie von Siegfried Böhning in Bollstedt vor.

 

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