Begegnungsstätte für Künstler und Kunstinteressierte

Posted by on 30. Januar 2012

Galeriespaziergang Ein berühmtes Pflaster für avantgardistische zeitgenössische Kunst ist der Unstrut-Hainich-Kreis nicht.

Doch es gibt eine Vielzahl an kleinen Galerien. Einige stellen wir vor. Heute: die Galerie im Kunsthaus in Mühlhausen

Von Iris Henning

Mühlhausen. Wer sich als Fremder in die nicht gerade sehenswerte Felchtaer Straße verirrt, kann dort eine überraschende Entdeckung machen: das Kunsthaus. Wer Lust und Zeit hat, macht keinen Fehler, in das Kunsthaus, das mehr wie ein Ladengeschäft aussieht, einzutreten. Kaum, dass die Türklingel sanft geläutet hat, kommt auch schon der Inhaber, Mario Götting, mit einem freundlichen Guten Tag auf den Besucher zu.

Interessiert der sich mehr für die Bilder an den Wänden als für Passepartouts, Pinsel, Farben und anderes Künstlerzubehör, kann es leicht passieren, dass er sich schnell bei einer Tasse Kaffee oder Cappuccino im philosophierenden Gespräch über Gott und die Welt, die Farben und Stimmungen mit Mario Götting wiederfindet. Vorausgesetzt, man erwischt den Chef gerade dann, wenn er ein bisschen Zeit erübrigen kann. Dann erzählt er über die Bilder an den Wänden und über die unglaubliche Dichte an Künstlern und Kunstschaffenden, die es in der Unstrut-Hainich-Region gibt. Der Gast erfährt von Malern und Bildhauern, von Filzern und Schnitzern, von Keramikern und Schmuckgestalter. Und er erfährt die Geschichte eines Hauses, das sich von Anfang an für die Künstler und Kunstinteressierten geöffnet hat. „Ich will eine Begegnungsstätte anbieten“, sagt Mario Götting.

Das macht er seit fast zehn Jahren. An die erste Ausstellung erinnert er sich noch genau. „Julia Hildebrandt“, fliegt ihm der Name aus dem Mund. Die Ärztin, die damals noch in Mühlhausen wohnte, gab das Debüt für das Kunsthaus. Seit dem sind Ausstellungen liebgewordene Regelmäßigkeiten. Vier gibt es pro Jahr. Jede Eröffnung ist mehr als gut besucht. „Manchmal denke ich, die Tür geht nicht mehr zu“, verbildlicht Mario Götting das große Interesse. Er ist dabei stets ein guter Gastgeber, sorgt für Laudatio und oft auch für musikalische Begleitung. Der Wein geht aufs Haus.

„Ich male selbst gern und viel. Aus Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, die Arbeiten präsentieren zu können. Darum habe ich mir gedacht, dass mein Kunsthaus ein guter Ort wäre für kleine Ausstellungen“, erzählt er von seiner Idee.

Klassische Galerieräume kann er freilich nicht bieten. Dafür ist das Kunsthaus zu klein und viel zu sehr vom Charakter eines Ladengeschäfts geprägt. Doch eines der beiden Schaufensterräume hat Götting ausschließlich für die Kunstpräsentation zur Verfügung gestellt. Die Kosten dafür trägt er. „Es macht mir Freude, mich mit schönen Dingen zu umgeben“, sagt er.

Derzeit geben sich eine ganze Reihe von Künstlern ein Stelldichein im Götting’schen Kunsthaus: Dr. Edith Schmidt zeigt farbenprächtige Filzarbeiten, Renate Jung und Heike Vogt stellen Keramiken aus und neun Maler ihre Bilder. Bis in den Februar hinein sind diese Arbeiten noch zu sehen. “Ich möchte mit den Ausstellungen in meinem Haus auch ein Stück Vielfalt der Kunstlandschaft zeigen“, sagt Götting. Zudem liegt ihm daran, Kunst verständlich nahe zu bringen. Das macht er auch ganz praktisch. Mario Götting bietet Malkurse an. Wer von seinen Eleven es wünscht, kann seine Bilder ebenfalls im Kunsthaus präsentieren, sich öffentlichem Lob und Kritik aussetzen.

In der nächsten Folge stellen wir die Galerie Zimmer am Stadtberg in Mühlhausen vor.

Steckbrief

Das „Kunsthaus“ befindet sich an der Felchtaer Straße 19 b.

Pro Jahr gibt es vier Ausstellungen, in den sich meist Künstler aus der Region mit ihren Arbeiten vorstellen.

Das Kunsthaus versteht sich als eine Begegnungsstätte für Künstler und Kunstinteressierte sowie für Menschen, die sich selbst gern in der bildenden Kunst ausprobieren wollen.

Geöffnet hat die Galerie montags bis freitags von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr. Ein Besuch ist kostenfrei.

 

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