Eine harte Tour gegangen

Posted by on 3. Januar 2012

Ein Malermeister pilgerte mit seiner Hündin 600 Kilometer des Jakobsweges und hielt seine Erfahrungen in einem Buch fest

Burghard Pohl stellte seine Reise jetzt in einem Unstrut-Hainich-Dorf vor, dass er ebenfalls als Pilger entdeckt hat

 

Von Iris Henning

Dachrieden. Es hat sich so gefügt. Eines Tages stand der Entschluss, mit seiner Hündin Kira und seinem Freund Willi die Pilgerreise auf dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostella anzutreten. Der selbstständige Malermeister Burghard Pohl aus Voerde (Niederrhein) nahm sich eine sechswöchige Pause vom Arbeitsleben, packte seinen Rucksack, nahm sein Zelt und fuhr mit seinem kleinen Firmenwagen zum Ausgangspunkt der Tour, in das französische St. Jean Pied de Port.

„Eine harte Tour“, beschreibt Burghard Pohl die folgenden sechs Wochen und etwa 600 Kilometer, die er während dieser

Ein Wandertyp: Burghard Pohl und seine treue Begleiterin, die Hündin Kira. Foto: Iris Henning

Zeit zurückgelegt hat. Bereits nach drei Tagen trennen sich die Freunde. Der Malermeister geht mit seiner Hündin den Weg allein weiter und erlebt unglaubliche Begegnungen und Situationen, erfährt Entbehrungen und Glück, schindet sich mit Blasen an den Füßen und weiß oft nicht, wo und wie er die nächste Nacht verbringen wird.

Alles hält er akribisch in seinem Tagebuch fest. Wieder zu Hause angekommen, setzt er sich nächtelang an den Tisch und schreibt ein Buch, das später den Titel „Rank und schlank und rattenscharf / Der Jakobsweg – die harte Tour“ tragen soll. „So bin ich Autor geworden“, erklärt der hochgewachsene sympathische Mann, der jetzt in Dachrieden, im Café „bisschen bunt“, zur Lesung eingeladen hatte.

In Dachrieden verbringt er derzeit mit seiner Frau Anne – und natürlich seiner Hündin Kira – ein paar Tage Urlaub. „Ein wunderschönes Dorf und sehr freundliche Gastgeber“, schwärmt der Weit-Wanderer. Kennengelernt hat er Dachrieden und den Unstrut-Hainich-Kreis während einer späteren, wesentlich kürzeren Pilgerreise durch Deutschland. Denn einmal vom Wander-Virus infiziert, liebt er die langen Fußmärsche von etwa 20 Kilometer pro Tag.

Wird es nach dem Jakobsweg weitere Herausforderungen für ihn geben?

„Weiß ich nicht“, sagt der heute 58-jährige Burghard Pohl. Damals, vor vier Jahren, habe sich durch seinen Freund Willi diese Tour einfach so ergeben. „Wenn es sich wieder fügt, warum nicht“, sagt Pohl gelassen.

Die Gelassenheit habe er auf dem Jakobsweg gefunden, erzählt er weiter. „Alles wird sich fügen“ ist ein Satz, den er seit dem gern sagt. Das münzt er auch auf seinen Malerbetrieb. „Früher habe ich mir immer sehr viele Gedanken gemacht, wie es weiter geht, ob ich genügend Aufträge bekomme und so weiter. Heute weiß ich: Es geht immer weiter.“

„Rank und schlank und rattenscharf / Der Jakobsweg – die harte Tour!“, 186 Seiten, 12 Euro, ist im Eigenverlag erschienen. http://www.jakobsweg-das-buch.de/

One Response to Eine harte Tour gegangen

  1. willi ring

    Schön, meinen Pilgerbruder hier zu treffen.

    Nur der Titel, der …trifft nicht wirklich-

    Schöne Zeit wünscht der Mitpilger
    Willi (ohne Hund)

    PS
    Du hast hasst ne gute Seite

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