Freundeskreis rettete historische Waffen

Posted by on 12. Dezember 2011

Mittelalterliche Bauernwehren konnten restauriert werden und sind jetzt im Bauernkriegsmuseum ausgestellt

Von Iris Henning

Mühlhausen. Das Bauernkriegsmuseum in der Kornmarktkirche ist jetzt um eine Attraktion reicher. Jetzt sind auch originale Waffen, sogenannte Bauernwehren, zu sehen, wie sie die Aufständischen im Bauernkrieg verwendet haben. Möglich machte das der Freundeskreis Mühlhäuser Museen. Die Museumsfreunde bezahlten die Restaurierung der wertvollen Fundstücke.

Fast 500 Jahre alt sind die langen Messer. Sie stammen vermutlich aus einem Scharmützel aus der Zeit des Bauernkrieges (1524/25) und haben seit dieser Zeit unter der Erde gelegen. Entdeckt wurden die etwa 150 Exemplare bereits im Jahr 1997 während der Beräumung des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Weberstedt. Die unansehnlichen und vom Rost zerfressenen Teile landeten unerkannt auf einem Schrotthaufen. Dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Gerald Gräbedünkel aus Kammerforst ist es zu verdanken, dass diese Reste nicht für immer verloren gegangen sind. Er erkannte in dem vermeintlichen Schrott historische Überbleibsel.

Die Restaurierung war für die Museen allerdings zu teuer. Unser Freundeskreis versprach im vergangenen Jahr, mit Benefizkonzerten Geld für die Restaurierung wenigstens eines Teils dieser historisch wertvollen Messer zu beschaffen.

Etwa 4000 Euro spielten die zwei Konzerte in den Jahren 2010 und 2011 ein, resümierte Dr. Michael Scholl während der Übergabe der restaurierten Bauernwehren an die Mühlhäuser Museen. Er dankte allen, die mit ihrer Eintrittskarte auch einen Beitrag für die Restaurierung der Bauernwehren leisteten.

Auch Thomas Müller, der Direktor der Museen, dankt allen Freunden. Ohne deren Unterstützung wären Restaurierungen oder Neuanschaffungen heute gar nicht mehr möglich, hob er die große Bedeutung des Freundeskreises hervor.

 

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