Entdeckung im Schloss

Posted by on 1. Dezember 2011

Galeriespaziergang Ein berühmtes Pflaster für avantgardistische zeitgenössische Kunst ist der Unstrut-Hainich-Kreis nicht.

Doch es gibt eine Vielzahl an kleinen Galerien. Einige stellen wir vor. Heute: die Galerie im Goldackerschen Schloss in Weberstedt

Von Iris Henning

WEBERSTEDT. Sie mag es nicht, wenn die Wände steril wirken, nichts zu erzählen haben. Schon gar nicht, wenn es die Wände in einem über 1000 Jahre alten Schloss sind. Gut. Die Wände im Inneren des kleinen Schlosses sind nicht so uralt, wurden sehr viel später hochgezogen. Doch an ihrer Schlichtheit hat das nichts geändert. Monika Hinsching, die Betreiberin des als Landhotel genutzten Goldackerschen Schlosses, holte zeitgenössische Kunst in den Raum. „Er hat leer gestanden, wurde innerhalb des direkten Gastronomie-Geschäfts nicht genutzt. Das fand ich sehr schade“, erzählt sie.

Vor drei Jahren, im Jahr 2008, zog die Kunst ein. Malern aus der Region wollte Monika Hinsching Gelegenheit geben, ihre Arbeiten im historischen Schloss-Ambiente vorzustellen. Nicht ganz ohne Eigennutz: „Ein Landhotel wie unseres kann ja mit wechselnden Ausstellungen nur attraktiver für die Besucher werden“, bekennt sie.

Natürlich hätte sie auch andere Dinge für eine Ausstellung holen können. Aber ihr stand der Sinn nach Bildern. Die mag sie, ganz gleich, ob die Landschaften, Menschenbilder, Impressionen, Träumereien oder Collagen aus dem Atelier eines Hobby-Künstlers oder Profis kommen. Bilder, so sagt sie, machen das Leben schöner, auch in einem alten Schloss.

Eine „sehr schöne Ausstellung“ nennt Monika Hinsching rückblickend die von Judith Unfug-Leinhos aus Thamsbrück. Auch auf die Derzeitige ist sie sehr stolz. Kirsten Priebsch aus Mühlhausen zeigt „Reisebilder“, wunderschöne, gefühlvoll gemalte Aquarelle. Nur noch wenige Tage sind die Fernweh stiftenden Blätter zu sehen. Ende des Monats werden sie wieder abgeholt.

Lange bleibt der Ausstellungsraum nicht verwaist. Dagmar Hütterodt aus Nägelstedt ist die nächste, die ihre Bilder im Schloss zeigt. Am 10. Dezember soll die Ausstellung eröffnet werden. „Ich bin schon neugierig, was sie aus ihrer Acryl-Malerei für das Schloss auswählt“, sagt Frau Hinsching.

Die Galerie im Schloss Weberstedt gehört mit zu den kleinsten und vermutlich unbekanntesten im Unstrut-Hainich-Kreis. „Von unseren Hausgästen wird sie aber gern besucht“, freut sich Frau Hinsching über das Interesse. Auch Wanderer und Tagesgäste schauen sich gern im historischen Schloss um und freuen sich, wenn sie unerwartete Entdeckungen machen, zum Beispiel die Galerie zeitgenössischer Kunst.

In der nächsten Folge stellen wir die Galerie im Schloss Dryburg on Bad Langensalza vor.

Steckbrief

Das Schloss wurde im Jahr 960 als Wasserschloss der Herren von Weberstedt erstmalig urkundlich erwähnt.

Ausgang des 14. Jahrhunderts wechselte das Schloss in den Besitz der Herren von Goldacker und wurde von ihnen über 500 Jahre lang als Rittergut bewirtschaftet. Der Name „Goldackersches Schloss“ ist bis heute geblieben.

Seit 2008 gibt es in dem als Landhotel betriebenen Schloss eine kleine Galerie für zeitgenössische Kunst, die vor allem Künstlern aus der Region ein Podium bieten will.

Geöffnet hat die Galerie täglich (außer Montag) ab 11:30 Uhr bis in die Abendstunden. Ein Besuch ist kostenfrei.

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