Mit Testfahrer zum Festival

Posted by on 2. November 2011

Florian Arndt und die Filmfabrik Mühlhausen bewerben sich mit sozialem Thema um den „Yougendmedienpreis 2011/12“.

Sie begleiteten mit ihrer Kamera einige Tage lang einen 69-jährigen Rollstuhlfahrer

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Er hat Multiple Sklerose, Artrose, Diabetes, ein Herzinfarkt und Krebs. Bei solchen seitenlangen Diagnosen verlernt man normalerweise seine Lebensfreude – aber nicht der 69-Jährige Rollstuhlfahrer Volkmar Kirschbaum aus Mühlhausen. Trotz seiner Schicksalsschläge hat er weder seinen Charme noch seinen Mut verloren. Im Gegenteil: Volkmar Kirschbaum versprüht Lebensfreude.

Eher zufällig begegnete der junge Mühlhäuser Filmemacher Florian Arndt (19) dem freundlichen Herren im Rollstuhl und lernte einen sensiblen Mann kennen, der in Mühlhausen ein Stadtbekannter ist. 28 Jahre lang putzte er die Schaufenster blank. Heute fährt er jeden Tag seine Frau besuchen – auf dem Friedhof. Nach 43 Ehejahren verstarb sie. Das liegt fünf Jahre zurück. Seit dem lebt Volkmar Kirschbaum allein, aber nicht einsam. In stummen Zwiegesprächen mit seiner Frau findet er den Mut zum Leben.

Die Begegnung mit dem Rollstuhlfahrer blieb nicht ohne Eindruck auf den Filmemacher. Er trommelte seine engsten Freunde aus der „Mühlhäuser Filmfabrik“ zusammen: Johann Skatulla (17) und Arved Neid (20). Mit ihnen besprach er die Projektidee: Ein Kurzporträt, das zeigt, wie ein Mensch sein schweres Schicksal annimmt, ohne daran zu zerbrechen.

Drei Tage lang begleiteten die jungen Leute mit ihrer Kamera den Rollstuhlfahrer durch Mühlhausen. Später gab es noch einen kleinen Nachdreh für Details. Nach vielen Stunden mühseliger Arbeit für den richtigen Schnitt war die Dokumentation mit dem Namen „Testfahrer“ fertig. 25 Minuten lang zeigt sie ein sensibles Porträt. Damit beteiligen sich Florian Arndt (in seinen Händen lag die Regie, der Schnitt, die Führung der zweiten Kamera und die Produktion), Johann Skatulla (erste Kamera) und Arved Neid (Regieassistenz) am Yougendmedienpreis 2011/2012, der vom Landesjugendring Thüringen ausgeschrieben wurde.

Bereits in diesem Jahr hatte sich Florian Arndt am Yougendmedienpreis beteiligt. Mit dem Kurzfilm „Mindbreak“ räumte er den ersten Preis ab. Weiteren Erfolg feierte „Mindbreak“ beim Festival „Deutschen Jugendvideopreis 2011“. Dort belegte er den 2. Platz. Aufgeführt wurde „Mindbreak“ zudem beim „backup-festival 2011“ und wurde vom MDR für den „Unicato-Award 2012“ nominiert.

 

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