Masel Tov: Erstmals ein Musical

Posted by on 16. Oktober 2011
„Heute Abend(15.10.11): Lola Blau“ von Georg Kreisler ist die 76. Inszenierung der Mühlhäuser Theaterwerkstatt 3K.

Die Premiere heute Abend ist eine Benefizveranstaltung zugunsten der Kilianistiftung

Von Iris Henning

Mühlhausen. Mittlerweile gibt es die 3K Theaterwerkstatt 20 Jahre. Dieses 20. Jahr nennen die Spieler ihr Sternenjahr. Mit der nunmehr 76. Inszenierung „Heute Abend: Lola Blau“, die heute Abend zur Premiere gelangt, greifen sie nach den Sternen. In der Hauptrolle ist Diana Floetenmeyer zu erleben, am Piano begleitet von Albert Sadebeck. Auch die Hauptdarstellerin hat Jubiläum, nein, zwei Jubiläen. Sie wird in diesem Jahr 40 und spielt seit 20 Jahren leidenschaftlich Theater. Natürlich singt sie auch gern, sonst könnte sie ja die Lola Blau nicht spielen – diese junge, sehr liebe Frau, eine Jüdin, die eigentlich nichts will als ein bisschen tanzen und singen und ihrem Publikum Freude machen.

Lola Blau erzählt die Geschichte einer talentierten Schauspielerin, die 1938 aus ihrer Heimat Österreich vertrieben wird, sich in Schweizer Nachtlokalen mit Tingel-Tangel über Wasser hält, in die USA emigriert, in Hollywood Erfolge feiert und 1950 hoffnungsvoll heimkehrt.

„Heute Abend: Lola Blau“ wurde im Jahr 1971 als Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler für dessen frühere Frau Topsy Küppers konzipiert. Im selben Jahr wurde es im Theater in der Josefstadt in Wien mit Topsy Küppers uraufgeführt und ist seither sehr oft gespielt worden, auch in anderen Sprachen. Allein Topsy Küppers hat die Lola über 1000 Mal gespielt.

Auf Bitten nach Tipps für die Inszenierung antwortete die heute fast 80-jährige Grand Dame der Schauspielkunst der Mühlhäuser Hauptdarstellerin: „Die Lola ist eine Herausforderung für jede singende Schauspielerin und wurde/ wird leider oft missverständlich interpretiert. Ich nehme an, Sie haben das Album der Uraufführung? Eine etwas gekürzte Form, aber mit wichtigen Anhaltspunkten vor allem, was die jüdischen/ wiener/schweizerischen Dialekte betrifft … Die originalen Toneinblendungen sind dramaturgisch sehr wichtig. … Ach ja, Sie fragen nach dem Lieblingslied. Es ist wohl immer das Lied, welches am besten ‚ankommt‘:. In Deutschland: ‚Frau Schmidt‘ , Schweiz ‚Im Theater ist was los‘, Israel ‚Sie is a herrliches Weib!‘, Budapest: ‚Im Theater ist was los‘ , London: ‚Sex is a wonderful habit‘.

Ich wünsche Ihnen ein volles Haus – ein wunderbares Publikum – und bin mit herzlichem toi toi toi und “ Masel Tov! Ihre Topsy Küppers“.

Das Lieblingslied von Diana Floetenmeyer ist übrigens „Sie war liab“. Insgesamt sind in der Mühlhäuser Inszenierung 15 Lieder zu hören.

Die Premiere „Heute Abend“: Lola Blau“ beginnt heute, 20 Uhr. Nächste Vorstellungen: morgen, 19 Uhr, am 29. Oktober sowie am 19. und 26. November jeweils um 20 Uhr. Kartenreserverierung möglich unter (03601) 440937.

DIASCHAU

Es spielen:

Lola Blau: Diana Floetenmeyer

Pianist: Albert Sadebeck

Frau Fini: Ursula Biermann

Herr Schmidt: Marco Döhring

Herr Berger: Peter Wagner

verschiedene Stimmen: Albert Sadebeck

 

Dramaturgie und Konzept: Diana Floetenmeyer, Bernhard Ohnesorge, Albert Sadebeck

 

Spielleitung: Bernhard Ohnesorge

 

Licht-, Video- und Tonkonzept: Albert Sadebeck

 

Licht, Ton und Video: Benjamin Mähler

 

Kostüme: Kathrin Reichenbächer

 

Atelierarbeiten: Barbara Schäfer, Kathrin Reichenbächer, Kristina Mahler

 

Bühne: Bernhard Ohnesorge

 

Bühnenbau: Sebastian Gabriel, Albert Sadebeck, Benjamin Mähler

 

 

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