Das gesuchte Risiko

Posted by on 16. Oktober 2011
Ohnesorge: Ein Theater muss auch einmal an den Rand des Abgrunds gefahren werden

 

Heute Abend hat das bekannte Musical „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler auf der 3K-Bühne in der Kilianikirche Premiere.Es ist das erste Mal, dass die Theaterwerkstatt ein Musical zeigt. Mit dem Geschäftsführer und Spielleiter des Hauses, Bernhard Ohnesorge, unterhielt sich Iris Henning.

Ist es für ein so kleines Haus wie 3K nicht etwas gewagt, ein so berühmtes Stück auf den Spielplan zu setzen?

In bestimmten Abständen sollte man ein Theater an den Rand des Abgrunds fahren, damit man weiß, wie leistungsfähig es ist. Ich meine: Wir müssen uns künstlerisch immer wieder herausfordern. Natürlich kann so etwas auch ins Auge gehen. Gerade bei einem so berühmten Stück wie diesem. Aber das Risiko muss man eingehen. Der ungeheure Reiz für uns liegt darin, eine Riesenanstrengung auszuhalten und zu erleben. Wenn das Stück dann beim Publikum Erfolg hat, dann hat sich alle Anstrengung gelohnt.

Wann haben Sie das Theater das letzte Mal künstlerisch an den Rand des Abgrunds gebracht?

Bei „Alle deutschen Dramen an einem Abend“ hatte ich auch das Gefühl, ebenso bei dem Solo-Stück „Der Erzbischof ist da“. Die Inszenierung „Der Name der Rose“ zähle ich dazu und – diese Aufführung liegt schon länger zurück – „Medea: Stimmen“.Eigentlich bewegten wir uns bei vielen Inszenierungen nahe am Rand.

Ein Musical hat es in den 20 3K-Jahren aber noch nie gegeben. Wie sind Sie denn darauf gekommen?

Wir haben zusammengesessen und über ein Solo-Programm geredet. Irgendwann fiel der Vorschlag „Lola Blau“. Diana Flötenmeyer, unsere langjährige Spielerin, war sofort Feuer und Flamme. Sie wollte unbedingt die Rolle der Lola übernehmen. Na, und nun hat sie den Tratsch.

Die 3K-Spieler sind alle Laien-Darsteller. Frau Flötenmeyer arbeitet in der VR Bank Westthüringen …

Ja. Unsere Spieler agieren fast alle ehrenamtlich. Nach Feierabend setzen sie sich hin und lernen ihre Rollen, treffen sich viele Abende und an vielen Wochenenden für Proben. Für „Lola Blau“ haben die Hauptdarstellerin und Albert Sadebeck, der die Lola am Klavier begleitet, auch an der Dramaturgie mitgearbeitet. Das war Schwerstarbeit.

Die heutige A-Premiere ist zugleich eine Benefizveranstaltung zugunsten der Kiliani-Stiftung. Was wünschen Sie sich für den Abend?

Zwei Dinge: ein volles Haus und dass unsere „Lola Blau“ ein Publikumserfolg wird.

DIASCHAU

 

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