Geheime Zeichen

Posted by on 12. Oktober 2011
In der Austellung „Sichtungen & Einblicke“ begegnet man in vielen Bildern der Ikonografie.

Bis heute werden die alten Symbole genutzt, aber auch neue geschaffen

Von Iris Henning

Mühlhausen. Eine an die Haustür gemalte spiegelverkehrte Vier galt im Mittelalter als Schutzsymbol gegen die Seuche. Ein Apfel galt als Fruchtbarkeitssymbol, vor allem der rote Apfel oft auch als Liebessymbol. Wegen seiner Kugelgestalt verstand man ihn auch als Sinnbild der Ewigkeit. Die Hülsenfrucht stand für Leiblichkeit als Hülle der Seele und des Geistes, der Mond für Wechsel und Wandel.

Obwohl die Bedeutung vieler Symbolen heute den meisten nicht mehr bekannt ist, üben sie auf die Menschen eine

Auch HAP Grieshaber bedient sich der Zeichen, hier im Farbholzschnitt „Tod und Bauer“ aus dem Zyklus „Totentanz von Basel“. Repro: Iris Henning

ungebrochene Faszination aus und regen immer wieder zu zahlreichen Spekulationen an.

Künstler nutzten zu allen Zeiten gern Symbole. In der bildenden Kunst sind Symbole seit den frühesten Beispielen der Höhlenmalerei bis in die Gegenwart zu finden. Sie verschlüsseln in ihren Werken „geheime Botschaften“.

Alte und neue Symbole sind auf so manchen Gemälden und Grafiken zu finden, die in der aktuellen Ausstellung „Sichtungen und Einblicke“ in der Kornmarktkirche zu sehen sind, so in Heinz Zanders Bauernkriegszyklus und in HAP Grieshabers Holzschnitten zum Totentanz. Besonders die Kunst von Zander ist in vielerlei Hinsicht fasziierend. Brillant und farblich verführerisch begegnet sie dem Betrachter, um ihn beim näheren Hinsehen tief zu erschüttern. Zander ist ein Meister im Verklausulieren und bedient sich dabei der Mittel aus einem halben Jahrtausend entlehnt.

Doch was bedeuten all die Allegorien, Symbole, Metaphern?

Etwas Licht in den oft undurchdringlich erscheinenden Inhalt der Künlsterideen will ein besondere museumspädagogische Führung durch die Ausstellung bringen. Die Museumspädagogin Steffi Maass versucht dabei die Fragen zu beantworten: Was sagen uns die Zeichen und Attribute? Warum wurden und werden Dinge zu Zeichen? Und: Hat jede Zeit ihre eigene Symbolsprache?

Immerhin gelingt es dann dem Betrachter vielleicht, dass sich ihm die Werke zumindest partiell eröffnen. Ganz kann auch das Wissen um geheime Zeichen die Aura des Geheimnisvollen nicht durchdringen. Aber es hilft, sich beim Spaziergang durch diese Welt der Allegorien, Symbole, Metaphern besser orientieren zu können.

Termine für diese Führungen unter dem Titel „Die Zeichen zu deuten wissen – Begegnung mit der Ikonografie“ können mit der Museumspädagogin abgestimmt werden unter (03601) 856615.

 

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