Keine Kommunikation ohne Störung

Posted by on 27. September 2011

Während des Nordthüringer Steuerberaterforums ging es hauptsächlich um zwischenmenschliche Beziehungen.

Kommunikationsberater Thomas Römer plädiert dafür, wertschätzend miteinander zu reden.

Von Iris Henning

Mühlhausen. Sprache ist für Dienstleister das, was dem Tischler die Säge ist. Das sagte Kommunikationsberater Thomas Römer während des Nordthüringer Steuerberaterforums am Donnerstagabend im Veranstaltungsort Kilianikirche. Dabei liegt in der Kürze der Schlüssel der Verständigung. Die optimale Länge eines Satzes sollte sieben Wörter nicht überschreiten, beruft er sich auf eine Studie. Was freilich im Alltag kaum eingehalten werden kann.

Das Thema Kommunikation innerhalb eines Unternehmens stand im Mittelpunkt des Forums, zu dem der Steuerberaterverband Thüringen gemeinsam mit der VR Bank Westthüringen eingeladen hatten. Dass das Einander-Verstehen eine komplexe Angelegenheit ist, machte der Referent schnell klar. Er bewies allein anhand eines scheinbar simplen Übungsbeispiels: „Eine störungsfreie Kommunikation gibt es nicht.“ Ein Rezept, etwas dagegen zu tun, lieferte Römer gleich mit: Die Störung gegenüber dem Gesprächspartner ansprechen, und zwar kontrolliert und wertschätzend. Das sei die große Kunst, um nicht nur miteinander zu reden, sondern sich auch zu verstehen.

In Kommunikation probierten sich die Steuerberater nach dieser kleinen und hochinteressanten Schulung in Sachen erfolgreicher Unternehmensführung – in lockerer Runde ging es immer wieder um das Gehörte, diesem Ausschnitt aus dem kleinen Einmaleins im guten menschlichen Umgang miteinander. Klaus-Peter Weidt, Steuerberater aus Mühlhausen, schlussfolgerte beispielsweise für sich, dass es künftig mehr Teamgespräche in seiner mit Hans-Joachim Börner geführten Sozietät geben werde. „Während des Vortrages ist mir wieder einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, viel miteinander zu reden, um Missverständnisses zu vermeiden und um ein Wohlfühl-Klima im Kollegium zu schaffen“, sagte er.

Bestätigt fühlt sich Rolf Schomberg, Bereichsleiter der VR Bank Westthüringen darin, den gut qualifizierten Mitarbeitern im Unternehmen die Kompetenz nicht streitig zu machen. Auch darauf ging der Referent ein: Als Vorgesetzter müsse man sich nicht um alles kümmern, sondern sollte auch seinen Kollegen den Sachverstand und damit die Lösung von Aufgaben zutrauen.

Und wie würde er, Rolf Schomburg, reagieren, wenn er als Vorgesetzter von einem seiner Mitarbeiter auf eine „Störung“ seinerseits angesprochen würde? Schomburg: „Wenn mit der Kommunikation etwas nicht hinhaut, dann wünsche ich mir schon, dass man mich daraufhin anspricht.“

Für ihn hat jedenfalls der alte Spruch „Gehe nie zu deinem Fürst wenn du nicht gerufen wirst“ etwas fürchterlich Antiquiertes an sich. Gute Kontakte und gute Beziehungen sind ihm im Unternehmen genauso wichtig, wie mit den Kunden.

Über diesen Satz würde sich Thomas Römer freuen. „Bei einer Immobilie ist es die Lage, die Lage, die Lage und bei der Arbeit ist es die Kommunikation, die Kommunikation, die Kommunikation“, verbildlichte er den Weg einer erfolgeichen Unternehmensführung. Und irgendwie hatte man bei dem Vortrag das Gefühl, dass das Gesagte nicht nur für Unternehmen zutrifft, sondern ebenso für ein Wohlfühl-Klima im Mikrokosmos der Familie.

 

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