Nominiert für einen „Oscar“

Posted by on 20. Juni 2011
Der junge Filmemacher Florian Arndt gehört mit seinem Kurfilmdebüt „Mindbreak“ zu den Besten der Besten.

Der mit einem großen Filmstab gedrehte Kurzfilm hat auch gute Chancen für den Thüringer Medienpreis

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Quentin Tarantino, Woody Allen und David Lynch heißen die weltweit berühmtesten Regisseure, deren Filme Kult sind. Sie sind die Meister der Inszenierung und wissen genau, wie man gute Filme drehen muss.

Besessen vom Medium Film ist auch ein junger Mann aus Mühlhausen: der Abiturient Florian Arndt, der noch 18-jährige Leiter und Mitbegründer der „Filmfabrik Mühlhausen“. Mit seinem 11-minütigen Kurzfilmdebüt „Mindbreak“ gelang ihm jet

Florian Arndt ist sehr ehrgezig. Er will Regisseur werden und nichts anderes. Mit seinem Debüt-Film erlangte er jetzt die Nominierung zum größten Nachwuchsfilmfestival Deutschlands, dem Bundesfestival Video. Foto: Iris Henning

zt die Nominierung zum größten und renommiertesten Nachwuchsfilmfestival Deutschlands, dem Bundesfestival Video, das in diesem Jahr vom 17. bis 19. Juni in Gera stattfindet. Unter den mehr als 800 Einreichungen wählte ein Auswahlgremium die vier besten Produktionen für das Finale aus. „Die Filme, die jetzt in Gera zu sehen sind, gehören damit zu den Besten der Besten unter den Amateurproduktionen“, hebt Festival-Sprecher Marko Junghänel hervor.

„Mindbreak“ ist ein ernster Film. „Der Protagonist verkörpert eine Figur, die, ähnlich wie Goethes Faust, zwar gesellschaftlich erstrebenswerte Ziele wie Wohlstand, Wissen, beruflichen Erfolg und Ansehen erreicht hat. Aber das Wesentliche, die Lebensfreude, hat er verloren. Resigniert und verzweifelt befreit er sich auf absurde und dennoch effektive Weise aus seiner seelisch aussichtslosen Situation und kann seine Umwelt aus dem naiven Blick eines Kindes neu erleben“, beschreibt Florian kurz den Inhalt. Das Besondere an diesem Film ist, dass er allein von starken Bildern lebt. Ohne Dialoge oder Monologe ist er international verständlich. „Das war mir wichtig“, erklärt Florian. „So ist der Film internetfreundlich“.

Mit einem 28-köpfigen Filmstab drehte der Jugendliche in der Multifunktion Regie, Produzent, Schnitt, Aufnahmeleiter und Storyboard im vergangenen Jahr „Mindbreak“. Der jüngste im Stab zählte gerade mal 12 Jahre, der älteste 20. Die einzigen Ausnahmen im Jugendensemble sind die Laienschauspieler aus der 3K-Theaterwerkstatt, Peter Wagner und Erika Wehr. „Die Erwachsenenrollen in dem Film konnten wir unmöglich authentisch darstellen“, begründet der junge Filmemacher die Besetzung.

Sechs zusammenhängende Drehtage mit je 10 Stunden Drehzeit waren notwendig. „Trotz harter Arbeit hatten wir auch viel Spaß“, blickt Florian Arndt zurück. Im Juni erlebte „Mindbreak“ im 3K-Theater auf großer Leinwand Premiere. Trotz guter Kritiken vom Publikum entschloss sich das Film-Team dennoch zu einer Überarbeitung. „Ich habe einfach Verbesserungsbedarf gesehen“, ist Florian sehr selbstkritisch.

Mit „Mindbreak 2.0“ bewarb er sich um die Teilnahme am Bundesfestival. „Es war eine Riesenüberraschung und Freude für mich, als ich die Nominierung im Briefkasten hatte“, wartet Florian nun mit wachsender Spannung bereits auf das Festival-Ergebnis.

Die Teilnahme am Bundesfestival ist nicht die einzige Nominierung von „Mindbreak 2.0“. Qualifiziert hat sich der Kurzfilm ebenfalls für den Thüringer Medienpreis. Ob er diesen „Oscar“ erhält, erfährt der junge Filmemacher am kommenden Dienstag, 21. Juni, genau einen Tag vor seinem 19. Geburtstag. „Das wäre mein schönstes Geschenk“, meint er.

Auch künftig will sich der fast 19-Jährige dem Filmemachen widmen. „Ich will Regisseur werden. Und nur Regisseur“, blickt er in die Zukunft. Mit einem bereits absolvierten Praktikum als Regisseur in der Theaterwerkstatt 3K („Das Märchenkartell“) und einem bevorstehenden sechsmonatigen Praktikum als Regieassistent bei einem Thüringer Filmproduzenten bereitet er sich auf die Aufnahme der Filmhochschule „Konrad Wolf“ in Babelsberg vor.

Und wer weiß: Vielleicht glitzert eines Tages der Name Florian Arndt mit auf der Liste der weltberühmten Regisseure. Toi, toi, toi …

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