Ganz ohne Töne

Posted by on 11. Juni 2011
Die Mühlhäuser Theaterwerkstatt 3K hat zwar ein Klavier, das ist aber ohne Tasten und Saiten.

Für die neue Inszenierung und auch für die Zukunft wird dringend ein Instrument gebraucht

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Es sieht aus wie ein Klavier, ist aber schon lange keins mehr. Das polierte Möbelstück im Foyer der

Da ist nichts mehr drin, wie Albert Sadebeck zeigt. Das Klavier im Treppenhaus ist nur noch eine schöne Attrappe. Foto: Autorin

3K-Spielstätte Kilianikirche hat nur noch eine Aufgabe: schick auszusehen. Diese Rolle beherrscht das Teil glänzend. Ansonsten ist es hohl wie eine vertrocknete Nuss. Tastatur und Saiten fehlen, warum auch immer. Dafür trägt es gut versteckt noch einen kleinen, gelben Aufkleber. Der ist ein Inventarstempel mit dem Aufdruck „Haus der Jungen Pioniere Mühlhausen“.

Darüber muss auch 3K-Spieler Albert Sadebeck schmunzeln. „Das Klavier stammt aus dem Stadtjugendhaus, das zu DDR-Zeit Pionierhaus war“, erklärt er sich die Sache. Einige Jahre war das Stadtjugendhaus auch die Adresse der Theaterwerkstatt. Jedenfalls ist die Klavier-Attrappe seit dem im Besitz der Theaterwerkstatt.

„Wir brauchen aber dringend ein Klavier, auf dem auch gespielt werden kann“, blickt Sadebeck auf die bevorstehende Inszenierung eines neuen Stücks nach der Sommerpause. „Eine Produktion für ein Klavier und eine Frau“, macht er schon neugierig. Das Problem ist nur, dass eine der Hauptrollen – das Klavier – noch nicht geklärt ist und die etwa 3000 bis 4000 Euro zum Kaufen auch nicht zur Verfügung stehen. „Vielleicht hat ja wer ein gutes Instrument zu Hause stehen und braucht es nicht mehr“, bittet Theaterleiter Bernhard Ohnesorge um Unterstützung. Helfen würden ebenso Spenden.

Und wenn keine Klavier-Hilfe in Aussicht ist? „Die Inszenierung wird es trotzdem geben“, ist Sadebeck optimistisch. Man werde sich eins borgen. Auf Dauer sei das jedoch eine anstrengende und teure Angelegenheit. „Klaviertransporte sind sehr teuer und das Instrument wird auch nicht besser davon“, erklärt der 3K-Spieler

Ein eigenes Klavier würde der Theaterwerkstatt zudem auch künftig wesentlich mehr Möglichkeiten in ihrer Programmgestaltung einräumen, wohl auch, weil mit ihrem Spieler Albert Sadebeck ein phantasievoller Komponist zur Verfügung steht. Wer der Theaterwerkstatt bei der Erfüllung des Klavierwunsches helfen möchte, kann sich direkt an die Theaterwerkstatt Unter der Linde 7, (03601) 440937 wenden.

 

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