Meisterliches Spiel junger Virtuosen

Posted by on 15. Mai 2011

Internationale Preisträger aus aller Welt begeisterten mit ihrem Auftritt im Friederikenschlösschen.

Das diesjährige Konzert war bereits das 20. in der Kur- und Rosenstadt

 

Von Iris Henning

 

Bad Langensalza. Beifall und immer wieder Beifall gab es nach jedem der Vorträge der Jugendlichen am Samstagabend im Friederikenschlösschen. Beinahe schüchtern kommen daraufhin die Interpreten noch einmal vor ihr Publikum, verbeugen sich artig und scheinen dann froh zu sein, schnell wieder hinter der Tür verschwinden zu dürfen.

Öffentliche Auftritte sind die meisten von ihnen nicht gewohnt. Dabei sind sie virtuose Meister im Spiel auf der Geige. So, wie sie ihre Instrumente singen lassen und dabei ganz ohne Notenblätter auskommen, ist es selten in einer Kleinstadt zu erleben. Ihr Spiel ist geeignet für Auftritte in den namhaften Häusern der Musik-Hauptstädte der Welt. Die 16- bis 25-Jährigen sind allesamt internationale Preisträger. Aus vielen Ländern kommen sie, aus Russland, Japan und Polen zum Beispiel, ebenso aus Deutschland. Die acht Interpreten des Abends waren Teilnehmern des jährlich stattfindenden Meisterkurses für Geige, Viola und Cello in Sondershausen, die unter anderem von Professor Wolfgang Marschner geleitet werden. Aus den insgesamt 18 Teilnehmern wählte er acht besonders talentierte Virtuosen für das Internationale Preisträgerkonzert in Bad Langensalza aus. Die Titel, die die jungen Damen und Herren für diesen Abend wählten, sind allesamt höchst anspruchsvoll. Die erst 16-jährige Clara Jäckle aus Deutschland begeisterte mit dem Allegro maestoso aus dem Violinkonzert a-moll von Charles de Beriot. Die Japanerin Nagisa Sakaki (25) brillierte mit dem Allegro aus dem Violinkonzert opus 8 von Richard Strauss.

Seit nunmehr 20 Jahren gibt es jährlich das Internationale Preisträgerkonzert in Bad Langensalza. Professor Marschner hat es in die Stadt gebracht. Anfangs traten die Virtuosen in der Bergkirche auf. Seit das Friederikenschlösschen saniert ist, gibt es im dortigen Festsaal die Konzertabende. „Ein feiner Saal“, schwärmt der bereits 85-jährige Professor, ein kleiner Mann mit lebhaften Augen und schnellem, hochemotionalen Spiel auf der Tastatur des Klaviers. „Die Klangfarben kommen so warm herüber. Solch eine Akustik ist sehr selten“, schätzt er den Auftrittsort. Er muss es wissen. Noch heute ist der Musikprofessor ein gefragter Mann in den Konzertsälen der Welt. Gerade war er in Polen, wo er das Sinfonieorchester Warschau dirigierte. In ein paar Tagen geht es nach Rom, erzählt er. Dazwischen lag der Meisterkurs in Sondershausen und das Konzert in Bad Langensalza.

Die traditionellen Preisträgerkonzerte sind in Bad Langensalza beliebt und geschätzt. „Sie sind eine sehr niveauvolle Bereicherung im Kulturleben“, meint Martina Schnell vom Kulturamt der Stadtverwaltung.

 

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