Begegnung mit Tucholsky

Posted by on 30. April 2011
Mit „Also wat nu?“ erinnern Martin und Antje Schneider an einen Hochbegabten

 

Er hat eine scharfe Feder und scheinbar unverwüstliche Kampfeslust: Kurt Tucholsky. Mit ihrem Programm „Also wat nu?“ erinnerten Antje und Martin Schneider am Mittwochabend im voll besetzten TA-Café an einen der hochbegabtesten Publizisten des 20. Jahrhunderts.

 

Von Iris Henning

 

Mühlhausen. Ein nicht mehr junges Ehepaar hat am Tisch Platz genommen, beinah so, als wollten es sich die beiden bei einem Glas Wein gut gehen lassen. Das täuscht. Denn kaum hat Martin Schneider, der Professor für Szenischen Unterricht an der Hochschule für Musik „Hans Eisler“ in Berlin, das Wort ergriffen, sind alle Blicke auf ihn gerichtet. Er zitiert nicht einfach nur Kurt Tucholsky. In diesem Augenblick scheint er Kurt Tucholsky, der Menschenkenner, Gesellschaftskritiker, Spötter und Satiriker, zu sein und seine Frau, Antje Schneider, ist ihm Gefährtin auf Augenhöhe. Abwechselnd lesen sie aus Tucholsky-Texten, die bald 100 Jahre alt sind. Verblüffend ist es, wie aktuell die dramaturgisch bestens gestalteten Szenen um Politiker, Behörden, Ämter sowie um Menschliches auch noch in heutige Zeit passen und vermutlich in weiteren 100 Jahren immer noch passen werden.

Perfektioniert wurde die Lesung durch Gabriele Müller am Klavier. Mit reichlich Applaus zwischen den Szenen und zum Schluss des Programms dankte das Publikum den Künstlern für diesen außergewöhnlichen Kleinkunstabend.

Das nächste TA-Café findet am Freitag, 20. Mai, 19.30 Uhr, in der Stadtbibliothek Jakobikirche statt. „Stellmäcke und Nassler“ präsentieren kritische und witzige Kalenderlieder.

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