Mäuse und Elefanten

Posted by on 20. April 2011
Tierfotografie zwischen Unstrut und Okavango im Frauentor auf der Mühlhäuser Stadtmauer

 

Von Iris Henning

 

MÜHLHAUSEN.

Alljährlich am Gründonnerstag wird die historische Wehranlage für die Saison öffnen. Traditionell wird diese von einer Ausstellung im Frauentor begleitet. In diesem Jahr zeigt der Tierfotograf Ralf Weise aus Eigenrieden eine Auswahl seiner Bilder, die er unter den Titel „Von Mäusen und Elefanten – Tierfotografie zwischen Unstrut und Okavango“ stellt.

 

Viel Zeit und unendliche Geduld bringt Ralf Weise auf, um die Tiere vor sein Kameraobjektiv zu bekommen und im Moment festzuhalten. Stunden, manchmal Tage und Nächte verbirgt er sich im geschickt angelegten Versteck, bis er sein Motiv festhalten kann. Schwergewichtige Teleobjektive bringen ihm die Tiere so nah, als würde er ihnen unmittelbar in Augenhöhe gegenüberstehen. Und genau darin liegt der außergewöhnliche Reiz seiner Bilder: in dieser fremdartigen Nähe. Wann kann man schonmal einer seltenen Hausspitzmaus tief in ihre großen, dunklen, glänzenden Augen schauen?

Oder gar einem Elefanten?

Die Fotos in der neuen Ausstellung zeigen nicht nur die zauberhafte Tierwelt entlang der 190 Kilometer langen Unstrut. Ralf Weise fotografiert auch links und rechts des 1700 Kilometer mächtigen Stroms Okavango im südlichen Afrika. So gewaltig der Unterschied zwischen dem heimatlichen Flüsschen und dem beeindruckenden Okavango ist, so gewaltig ist auch der Unterschied in der Tierwelt hier und dort. Mit Respekt begegnete der Naturfotograf dem Afrikanischen Elefanten, dem größten lebenden Landsäugetier der Welt. Der durchschnittliche Afrikanische Elefantenbulle wird 3,20 Meter groß und fünf Tonnen schwer. Die Giganten unter ihnen erreichen gar eine Körpergröße von vier Meter und ein Gewicht von siebeneinhalb Tonnen.

Ralf Weise zeigt jedoch das winzige Unstrut-Hainich-Mäuschen gleichberechtigt neben dem Okavango-Riesen. Faszinierend auch die anderen Tierfotos, die zwischen Unstrut und Okavango und in Australien und Nordamerika entstanden: eine exotische Vielfalt an großen und kleinen Säugetieren, Amphibien, Reptilien und Vögeln. Dabei sind die Fotos mehr als seltene Tieraufnahmen, die man mit einer Mischung Freude und Staunen betrachtet. Sie vermitteln einen kleinen, aber eindringlichen Blick auf eine Artenvielfalt zwischen den einheimischen Mäusen und den exotischen Elefanten, die es zu schützen gilt.

Die historische Wehranlage hat dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

 

 

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