Grimm’sche Märchen ganz anders

Posted by on 18. April 2011
Sonntag Abend (17.4.) hat im Mühlhäuser 3K-Theater „Das Märchenkartell“ Premiere

 

Wenn der Froschkönig überfahren wird, Schneewittchen ins Koma sinkt und ein kussfreudiger Prinz die Prinzessinnen wechselt wie ausgediente Oberhemden, dann ist nichts, wie es sein sollte in der Grimm’schen Märchenwelt.

 

Von Iris Henning

 

MÜHLHAUSEN.

Es ist für reichlich Klatsch und Tratsch gesorgt im wuseligen Märchenland. Das freut die skandalwitternde Klatschreporterin Lina Überall (Tanja Schmidt), denn immer gibt es Neues und Dramatisches aus der gar nicht heilen Welt des Märchenadels zu berichten. Natürlich werden auch Experten zur Meinungsbildung herangezogen, so wie im richtigen Fernsehleben. Da wundert es eigentlich nicht mehr, dass auch Ereignisse aus der jüngsten Politik in die Welt der Märchen dringen. Ein heilloses Tohuwabohu scheint ja dort ebenfalls zu herrschen.

Im „Das Märchenkartell“, der 74. Inszenierung der 3K-Theaterwerkstatt, geht es drunter und drüber.

17 Spielerinnen und Spieler im Alter von 10 bis 12 Jahren geben eine knappe Stunde ihr Bestes, die bekanntesten Märchen der Gebrüder Grimm heftig durcheinander zu schütteln. Madam Claire Hollee (Jacueline Oelschläger), Aschenputtel (Theresa Blumschein) und ihre drei Stiefschwestern, Mc Rumpel (Janek Treiber) und Co. laufen zur Höchstform auf, um mit Witz und Spontanität das Publikum zu begeistern und zu amüsieren.

Am Ende kommt jedenfalls nichts so, wie es die Grimm’schen Märchen vorschreiben. Es wird nicht gehauen und nicht gestochen und auch nicht gestorben. Statt dessen gibt es listige Geschäftemacher, ein seltsames Kuss-Seminar und auch sonst allerhand Überraschungen. „Das Märchenkartell“ ist eine Parodie, die Märchenelemente geschickt mit modernen Gesellschaftserscheinungen mischt. So haben garantiert nicht nur Kinder ihren Spaß an dieser Inszenierung. Sie hat das Zeug, auch Erwachsene zu begeistern.

Die Regie für „Das Märchenkartell“ lag in den Händen des 18-jährigen Florian Arndt. Ihm zur Seite stand Johanna Bensch (17) als Assistentin. Während Johanna noch ein recht neues Gesicht in der 3K-Theaterwerkstatt ist, kennt man Florian bereits aus mehreren Inszenierungen, vor allem aber als talentierten Regisseur aus der Filmfabrik Mühlhausen. Erstmals saß der 18-Jährige nun auf dem Theaterregie-Stuhl. „Eine völlig neue Erfahrung“, wie er sagt. Als Vorlage für die Inszenierung diente ihm das gleichnamige Stück von Elisabeth Dünzl (Deutscher Theaterverlag Weinheim). „Doch das habe ich stark verändert und umgeschrieben, so dass es auch von Kindern gespielt werden kann“, erzählt er.

Das scheint ihm bestens gelungen. Die junge Schauspielgruppe hat ihren Spaß an der pfiffigen Darstellung der vielen Figuren und Charaktere.

Am Sonntag, 17. April, um 18 Uhr, hat „Das Märchenkartell“ auf der 3K-Bühne Premiere.

Eine weitere Vorstellung steht für Montag, 18. April, ebenfalls um 18 Uhr, auf dem Spielplan. Plätze können reserviert werden unter (03601) 440937.

 

 

 

 

 

Vor und hinter den Kulissen

 

Auf der Bühne agieren: Tanja Schmidt als Lina Überall, Janek Treiber als Mc Rumpel, Nina Pfeiffer als Dr. Al Stiehlts, Max Busse als Dr. James Maulwurf, Jacqueline Oelschläger als Madam Claire Hollée, Nina Raddau als Schneewittchen, Lucie Stresow, Martin Lange, Jan Ullrich und Nastassja Göllner als Zwerge, Oliver Mönner als Prinz Harro, Eric Meyer als Prinz Leonhardt, Vanessa Thiel als Konrad Diener, Celine Hebestreit als Prof. Dr. Silikonka, Theresa Blumschein als Aschenputtel, Nina Raddau und Gebke Hentrich als Stiefschwestern, Jacqueline Oelschläger als Stiefmutter und als Workshop-Teilnehmer Nina Raddau, Gebke Hentrich, Theresa Blumschein, Vanessa Thiel und Vanessa Gleisner.

 

Musik und Licht: Sebastian Gabriel

Kostüme: Barbara Schäfer

Bühnenbild: Sebastian Gabriel und Ralf Bube

Atelierarbeiten: Iris Blenklein und Ralf Bube unter Leitung von Barbara Schäfer

Plakat: Helena Hofmann

DIASCHAU

 

 

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