Der Tatort-Kommissar als Gartennachbar

Posted by on 2. April 2011
Schauspieler Ernst Georg Schwill mimt auch den Autoren mit vollem Einsatz

 

 

MÜHLHAUSEN.

Im ARD-„Tatort“ kennt man ihn als dienstbeflissener Kommissar Lutz Weber. Jetzt war der kleine, rundliche und freundlich-verschmitzte Ernst Georg Schwill Gast im TA-Café – um ein wenig über sich selbst zu plaudern. Auf dem Lesepult aufgeschlagen liegt dabei sein Erinnerungsbuch „Is doch keene Frage nich“. Seinen 70. Geburtstag vor zwei Jahren hielt Ernste, wie ihn Freunde nennen, für den richtigen Zeitpunkt, seine Memoiren festzuhalten. Es sind Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend im Kriegs- und Nachkriegsdeutschland. Mit Berliner Humor reflektiert Schwill die Zeiten des stets hungrigen Bauches, der Leibchen und rutschenden Strümpfen und mimt beim Lesen den Knirps, der er damals war – köstlich für das Publikum.

Schwill landet eher zufällig beim Film. Ein DEFA-Team entdeckte die Berliner Göre für den Film „Alarm im Zirkus“

WASCHECHTER BERLINER: Das Publikum in der vollbesetzten Jakobikirche hatte seinen Spaß mit Ernst Georg Schwill. Foto: Iris Henning

(1954) in einem Berliner Kinderheim. Der Junge macht sich gut vor der Kamera. Er gehört zur Halbstarken-Bande im Jugendfilm „Berlin – Ecke Schönhauser“ (1957). Nach „Sie nannten ihn Amigo“ (1959) gilt die Schauspielerkarriere als gesichert. Er absolviert die Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. Nach ganz oben sollte ihn die Schauspielerei aber nicht führen. Er bleibt stets der Mann für kleine Rollen – und die spielt er mit vollem Einsatz sowohl als Taxifahrer in „Good by Lenin“ als auch in seinen Auftritt als Autor im TA-Café. Dort wurde er übrigens nicht nur von vielen Tatort-Fans herzlich begrüßt. Auch ehemalige Gartennachbarn waren unter den vielen Gästen. „Ernst ist schon immer so verschmitzt“, erzählt das Mühlhäuser Paar Axel und Andrea Witzki, das einst in einer Berliner Kleingartenanlage Zaun an Zaun mit Ernst Georg Schwill lebte. „Ernste“ hat sein Gärtchen noch immer dort. ih

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