Heiß geliebt: Die Rostbratwurst

Posted by on 28. März 2011
Selbst Könige ließen sich von der guten Wurst aus dem Unstrut-Hainich-Kreis verführen

 

Die Rostbratwurst ist wohl das schmackhafteste Symbol Thüringer Lebensart. Mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen werden landauf und landab die ersten Rauchzeichen gegeben, dass die Rostbratwurstsaison beginnt. Das größte Rauchzeichen steigt alljährlich vom Erfurter Domplatz auf. Es signalisiert den offiziellen Beginn der „Rostkultur“.

 

Von Iris Henning

 

ERFURT.

In wabernden Nebel gehüllt liegt an diesem Frühlingstag der historische Domplatz. Der Nebel kitzelt den aromatischsten Duft von tausenden Rostwürstchen in die Nase. Jeglicher Widerstand gegen diese Verführung ist zwecklos. Dem Bann der Rostbratwurst kann sich kaum einer der sich drängenden Domplatzbesucher entziehen.

Der Thüringer Bratwurstkönig Rudi I. ist entzückt über den guten Geschmack seines Bratwurstvolkes. Mit stolzem Lächeln schreitet der etwas beleibte Wurstmonarch aus Holzhausen die gut 20 Bratwurststände seiner Untertanen ab, die aus dem ganzen Thüringer Land anreisten. An seiner Seite die junge, herzlich deftige Thüringer Wurstkönigin Jana aus Wolfsbehringen. Ihre Hoheiten nicken zufrieden ihre Häupter über den Fleiß der Thüringer Grillexperten – und vor allem über den Geschmack des Gebratenem. „Egal, an welchem Stand wir mit Wurst empfangen wurden – es hat überall gemundet“, loben die königlichen Gäste. Welche Bratwurst ihnen am liebsten sei, wollten sie sich nicht festlegen. Am besten sei die mit dem i-Punkt, scherzt der Bratwurstkönig – und meint das kühle Bier dazu.

Zum traditionellen Angrillen war am Wochenende auf den Domplatz eingeladen, einer Ganztagsparty, die mit dem Anzünden des Riesenrosts beginnt, als würden die Olympischen Sommerspiele eröffnet. Rennsteigläufer tragen das Bratwurstfeuer vom 1. Deutschen Bratwurstmuseum Holzhausen bis in die Landeshauptstadt. Nicht nur die deftigen Monarchen

der heiß geliebten Bratwurst sind bei dieser Zeremonie prominente Besucher. Angetreten ist auch die halbe Thüringer Landesregierung mit ihrer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) an der Spitze. Im aromatischen Nebel der Holzkohlegrills wird gefeiert und geschlemmt bis in die Abendstunden. Im ständig laufenden Talk um die Thüringer Rostbratwurst und die Rostkultur wird zudem Wissenswertes unters Volk gebracht. So berichtete Dr. Klaus Kliem, der Geschäftsführer der ADIB GmbH aus Bad Langensalza, dass nur Tiere aus den eigenen Ställen die Fleischlieferanten für ihre Kunden aus der Fleischergilde seien.

Mit mehreren Grills während der Rostkultur aufgeglüht hat auch ein Bratwurst-Botschafter aus dem Unstrut-Hainich-Kreis: der Fleischmarkt Aschara. Die von diesen Grills verbreitete Verführung war so groß, dass die königlichen Wursthoheiten gern mehrmals zulangten. „Ein größere Anerkennung für unsere Rostbratwurst können wir wohl kaum bekommen“, strahlt Chefgrillmeister Ives Panse. Gut 2000 Würste gingen während des Festivals über die Grills aus Aschara – das sind jede Minute etwa fünf Stück. Da gab es für Ives Panse und seine Kollegen jede Menge zu tun, während dem Festival der Rostbratwurst den Hunger der Gäste nach dem schmackhafteste Symbol Thüringer Lebensart zu stillen.

 

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