Intensive Weltenbetrachtung

Posted by on 6. März 2011
Eröffnung der „Entdeckungsreisen“ von Judith Unfug-Leinhos war Publikumsmagnet

 

Manche Ausstellungseröffnungen sind gesellschaftliche Ereignisse. Die der Thamsbrücker Künstlerin Judith Unfug-Leinhos zählt zweifelsohne dazu. Diese Eröffnung wurde zu einem großen Podium für Kunstfreunde aus Bad Langensalza und Mühlhausen.

 

Von Iris Henning

 

BAD LANGENSALZA.

„Entdeckungsreisen“ titelt die Künstlerin ihre Personalausstellung, die am Wochenende im Stadtmuseum im Augustinerkloster eröffnet wurde. Stark strapaziert wurden dabei die Kapazitätsgrenzen der Ausstellungsräume, so viele Besucher drängten heran. Sie kamen sowohl aus der Kur- und Rosenstadt als auch aus Mühlhausen. „Kunst verbindet eben“, freute sich Christina Lange (FDP), die stellvertretende Bürgermeisterin von Bad Langensalza, über diesen außergewöhnlichen Andrang. Das hat wohl vor allem mit der Persönlichkeit der charmeoffensiven Künstlerin zu tun. Sowohl in Mühlhausen als auch in Bad Langensalza ist sie schon lange keine Unbekannte mehr. Hier wie dort verleiht sie mit ihrem Beruf (Lehrerin) und ihrer Berufung (Kunst) sowie seit einigen Monaten auch als Chefin des Vereins Kunstwestthüringer dem geistig-kulturellen Leben nicht zu übersehende Farbintensität.

Gut 40 Collagen zeigt Judith Unfug-Leinhos im Stadtmuseum. Es sind Bilder voll „phantasievoller Kraft und poetischer Leichtfüßigkeit“, würdigte der stellvertretende Direktor der Mühlhäuser Museen, Jürgen Winter, in seiner Laudatio. Die farbstarken Collagen künden ebenso von einer umtriebigen Emsigkeit der Künstlerin. Alle sind sie jüngeren Datums. Immer wieder fragt sich der Betrachter erstaunt, wie die dreifache Mutter und Lehrerin am Gymnasium in Großengottern die Energie und Zeit aufbringt, ihre Weltenbetrachtung so großartig und intensiv in ihren Bildern zu inszenieren. Jedes der Bilder erzählt dabei seine eigene Geschichte. Anfangs erscheint sie beinah anheimelnd vertraut, doch je länger man sie betrachtet, desto mehr wird man konfrontiert, das Gesehene zu hinterfragen. Denn nichts ist so, wie es auf dem ersten Blick scheint. „Die Dinge formieren sich in meinen Collagen zu einer Aussage, die den Sehenden dazu zwingt, umzudenken. Vertrautes wird fremd, Fremdes wird wiederum vertrauter“, sagt Judith Unfug-Leinhos über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung „Entdeckungsreisen“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Stadtmuseum Bad Langensalza und den Mühlhäuser Museen. Projekte dieser Art seien „seit vielen Jahren zur sinnvollen und fruchtbringenden Selbstverständlichkeit in der Arbeit beider Museen geworden“, hob Jürgen Winter vor dem großen Publikum die Bedeutung dieser Zusammenarbeit hervor. Die würdigte letztlich auch Dr. Rolf Luhn, der Geschäftsführer der Art regio SV Sparkassenversicherung. Die Art regio ist Förderer der „Entdeckunsgreisen“ von Judith Unfug-Leinhos. Noch bis zum 15. Mai ist eingeladen, sich auf diese künstlerische Entdeckungsreisen durch emotionale Landschaften, während derer man seltsamen Wesen begegnet, einzulassen.

 

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