Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Posted by on 20. Februar 2011
Der Verein 3K eröffnete sein Sternenjahr mit einer Jubiläumsfeier

Ein Jubelfest war es nicht, zu dem der Verein 3K am Samstagabend in die Kilianikirche eingeladen hatte. Die vorgezogene Feier zum 20-jährigen Bestehen war ein Abend der Suche nach der Wertigkeit der Kultur sowohl im ganzen Land als auch in einer kleinen Stadt.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

3K-BEHÜTER: Thomas Döring, Astrid Bank, Marion Walther, Doris Pompe, Diana Flötenmeyer, Peter Dulinski, Peter Holldack und Bernhard Ohnesorge (von links), zählen zu den langjährigen aktiven Mitgestaltern des Kulturvereins. Foto: Iris Henning

Im Irgendwo? Im Nirgendwo? Kerstin Hübner, die Referentin des Abends, provozierte ihr Auditorium in der 3K-spielstättte Kilianikirche. Die Theaterwissenschaftlerin und Referentin der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung in Berlin zeichnete in ihrer Festrede einen streng akademischen Abriss der Kultur im Land. Der allgemeine Wunsch nach einer Kulturpolitik als identitätsstiftende Lebensqualität trifft bundesweit nicht nur auf die harte Wirklichkeit der Defizite in den kommunalen Kassen, sondern ebenso auf die demographische Veränderung allerorts. Die Menschen werden weniger, das gehe auch an der Kultur nicht spurlos vorüber. So lässt sie die rhetorische Frage im Raum schwingen, wie man denn mit der Kulturlandschaft umgehen solle in Städten, deren Bevölkerung nicht nur abnehme, sondern auch zunehmend älter werde. Eine theoretische Antwort liefert sie zwar mit, die da lautet, die Strukturen den Menschen anzupassen. Doch optimistisch klang das keinesfalls.

Glücklicherweise ließen sich die 3K-Jubilare zumindest für diesen Abend und für dieses Jahr ihren Optimismus nicht stehlen. Zum „Sternenjahr“ erklärte Bernhard Ohnesorge, der Geschäftsführer des Vereins, das diesjährige Jubiläumsjahr und wollte die Eröffnung des Sternenjahres zugleich als Feierstunde für das Jubiläum sehen. Mit der so liebenswerten Leichtigkeit eines Theatermenschen malte er die Höhepunkte aus: achtmal Kinderfasching, kreatives Kino, Sommersternenhimmelfest, Kolloquium, Schultheatertage, zum Beispiel. Das alles unter dem Motto „Sternengreifer – Nichts können’se, nur Theater machen“.

Natürlich können die Sternengreifer mehr, wie Ohnesorge selbst anfügte. Theater sei zwar das bekannte Aushängeschild für 3K – doch sei der Verein ebenso ein Ort der Soziokultur und Theaterpädagogik und daran solle sich auch nichts ändern. Ein herzliches Dankeschön richtete er an alle, die diese Arbeit unterstützen: das Land, die Stadt und die vielen Menschen mit ihren Spenden, ihrer Arbeit und ihrem Interesse für 3K. „Sie geben uns das schöne Gefühl, in Mühlhausen gebraucht zu werden“, sagte Ohnesorge.

Ein Video zu Beginn der Feierstunde gab den vielen Gästen zudem einen schönen Einblick in die stetige Entwicklung des Kulturvereins vom Beginn im Jahr 1991 bis heute. Von den Besuchern möchte jedenfalls niemand auf den Verein 3K mit seinen vielfältigen Angeboten für Generationen verzichten. Ob dieser Wunsch weiterhin Wirklichkeit in einer kleinen Stadt bleiben kann, ist keine Entscheidung, die 3K treffen kann. Auch das wurde an diesem Abend sehr deutlich.

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