Wie es im Garten Eden wirklich war

Posted by on 15. Februar 2011
Aus den Tagebüchern von Adam und Eva – ein paradiesisches Vergnügen

Sie redet gern und gibt allen Dingen und Wesen einen Namen. Er will lieber seine Ruhe haben. Faulenzen und nichts tun, ist für ihn das Schönste. Was im Garten Eden wirklich passierte, davon erzählt Mark Twain auf amüsante, augenzwinkernde und doch tiefgründige Weise in „Die Tagebücher von Adam und Eva“.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Sophie Pompe aus Eisenach und Albert Sadebeck aus Mühlhausen nahmen sich die Tagebücher vor und gaben den Texten schmachtende Liebeslieder hinzu. Am Vorabend des Valentintages gastierte das Duo mit ihrer paradiesischen Version von „First Love – Aus den Tagebücher von Adam und Eva“ in der 3K-Spielstätte Kilianikirche.

Verführerisch schön sitzt Eva rechts auf der Bühne auf einem Stuhl, in der einen Hand ein Buch, in der anderen einen Stift. In blumigen Worten schwelgt sie in ihren Tagebuchaufzeichnungen.

Der wortkarge Adam hat in einigen Metern Entfernung Platz genommen. Dieses Wesen, das ihm ständig nachläuft und am liebsten eines tut – nämlich reden – nervt ihn an. Auch Adam führt Tagebuch. Während Evas Sonntage seitenfüllend sind, steht beim ihm nur ein Wort: gefaulenzt. Und doch kommen sich die beiden Tag um Tag näher und irgendwann – wie sollte es in dieser Liebesgeschichte auch anders sein – ist auch Adam völlig hingerissen von Eva. „Wo immer Sie ist, da ist Eden“, schreibt er letztlich in sein Buch.

Bis es so weit ist, vermitteln die beiden in ihren heiteren und tiefsinnigen Tagebuchaufzeichnungen völlig neue Erkenntnisse über den Garten Eden und die Vertreibung aus dem Paradies. Das macht Sophie Pompe mit all ihrem zur Verfügung stehenden Charme und bedient dabei mit Wonne das weibliche Klischee einer neugierigen Quasselstrippe. Albert Sadebeck spielt seinen Part: männlich, dominant, in seinen Worten auf das Wesentliche konzentriert. Himmlisch begleitet er auf dem Keyboard die Lieder, die Sophie Pompe mit engelsgleicher Stimme singt und für die es immer wieder Szenenapplaus gibt.

Die Vorstellung auf der 3K-Bühne „First Love – Die Tagebücher von Adam und Eva“ ist eine eigene Inszenierung von Sophie Pompe und Albert Sadebeck. Als Duo arbeiten die beiden, die sich von ihrer frühen Jugend an von der 3K-Bühne her kennen, nun schon einige Jahre zusammen. Sophie Pompe, die vor 16 Jahren in der 3K-Inszenierung „Sommernachtstraum“ erstmals auf der Bühne stand, ist heute Schauspielerin am Landestheater in Eisenach. Der Videokünstler und begabte Mime und Sänger Albert Sadebeck prägt mit seinem Können weiterhin das Profil der Mühlhäuser Theaterwerkstatt.

DIASCHAU

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