Wirkliche Alter bleibt ein Rätsel

Posted by on 6. Januar 2011
Vor 765 Jahren wurde Eigenrieden erstmals urkundlich erwähnt

Oygeriedin hieß das Dorf Eigenrieden einst. Eine Urkunde aus dem Jahr 1246 liefert den ersten schriftlichen Hinweis auf die Existenz einer Siedlung mit diesem Namen. In diesem Jahr blickt das kleine Dorf westlich der Kreisstadt Mühlhausen auf 765 Jahre urkundlicher Ersterwähnung. Vermutet wird, dass Eigenrieden fast 1000 Jahre alt ist.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

MALERISCH: Eigenrieden in der Morgendämmerung. 1000 Jahre alt könnte das Dorf sein. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es allerdings nicht. Foto: Iris Henning

Die Siedlung muss viel älter sein. Jene Urkunde, gut verwahrt im Mühlhäuser Stadtarchiv, belegt schließlich nicht das Gründungsdatum des Dorfes. Die Urkunde ist erster schriftlicher Anhaltspunkt für die Existenz von Eigenrieden. Besiegelt wurde im Jahr 1246 darin eine Schenkung zugunsten des Deutschherrenordens bei St. Marien in Mühlhausen. Heinricus de Oygeriedin tritt in der Urkunde als Zeuge der Übertragung der Besitzrechte von Pfafferode auf.

Eine These besagt, dass Eigenrieden mit hoher Wahrscheinlichkeit etwa noch 200 Jahre älter ist und damit seit fast 1000 Jahren existiert . Das schreibt der Historiker Dr. Rolf Luhn in seiner Publikation „Von Oygeriedin nach Eigenrieden“, die 1996, also 750 Jahre nach urkundlicher Ersterwähnung Eigenriedens, erschienen ist. Der Wissenschaftler, der selbst in Eigenrieden lebt, sieht in der Schutzherrschaft von St. Ulrich, dem Namensgeber der Kirche in Eigenrieden, ein Schlüsselindiz für diese These. „Ebenso wie wir wissen, dass die Mühlhäuser Kirchen St. Martini und St. Kiliani mit hoher Wahrscheinlichkeit auf fränkische Zeit zurückgehen, so wissen wir auch, dass es im 11. Jahrhundert zur Gründung zahlreicher Ulrichskirchen kam, die ihren Namen vom 973 gestorbenen und 993 heiliggesprochenen Augsburger Bischof Ulrich erhielten. So deutet das Ulrich-Patrozinium am ehesten auf das tatsächliche Alter Eigenriedens hin“, schreibt er.

Heute gehört Eigenrieden mit Struth, Kloster Zella und Annaberg zur Gemeinde Rodeberg. Etwa 600 Einwohner zählt Eigenrieden. Die Gemeinde Rodeberg knapp 2170. Im Gegensatz zur demografischen Entwicklung im Unstrut-Hainich-Kreis, dem seit dem Jahr 1989 hauptsächlich durch Abwanderung etwa 15,7 Prozent seiner Einwohner verloren gingen, kann Rodeberg laut Statistik der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie eine deutliche Zuwanderung verzeichnen. Die Bevölkerung nahm um 14,6 Prozent zu. So hat Eigenrieden gute Voraussetzungen, die nächsten hundert Jahre und länger auf der Landkarte als bewohnte Ortschaft zu existieren.

One Response to Wirkliche Alter bleibt ein Rätsel

  1. Tracy Koerschgen Allen

    I have Ancestosr from Eigenrieden and would like to know more about it’s people.

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