Eine Nacht voller Theater

Posted by on 30. November 2010
Märchenhaftes, Bitterernstes und Groteskes auf den Bühnen im 3K-Haus

Märchenhafte Poesie, beißende Provokation und eine turbulente Komödie: Drei Gastspiele präsentierte die 3K Theaterwerkstatt während ihrer traditionellen Theaternacht. Es spielten das Theater “art der stadt” Gotha, das Theater “Schotte” aus Erfurt und die Theatergruppe Spielbrett aus Dresden.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Die Qual der Wahl blieb dem Publikum allerdings nicht erspart. Zeitgleich wurden zwei Theaterstücke angeboten. Die Entscheidung zwischen dem “Märchen vom Zaren Saltan” von Alexander Puschkin, aufgeführt durch das Theater Schotte, und dem emotional spannenden Stück “Dreck“ von Robert Schneider, gezeigt von “art der stadt”, fiel nicht leicht. Ein warmherziges, mit viel Witz und Fantasie aufgeführtes Märchen gab es im Funktionshaus. Voller Poesie und doch immer wieder provozierend direkt ging es um die Feindlichkeit gegenüber Fremden im “Kaff”.

Egal, wohin der Theatergast seine Schritte lenkte: Weder in der einen oder anderen Aufführung sah er sich enttsäucht. Begeistert zeigten sich sowohl die Pro-Märchen-Gäste als auch die Gäste im “Kaff”. Die einen schwärmten in der Theaterpause von der verrückte Geschichte, die halb Kriminalgeschichte, halb Zaubermärchen war. Drei junge Mädchen erzählten und spielten das Zaren-Märchen irrwitzig spannend, komisch, poetisch und verwickelt. Mit wenigen Mitteln brachten sie eine faszinierenden Fülle auf die Bühne. Sie bauten Paläste und Inseln, vollbrachten gefährliche Meeresfahrten und Wunder.

Schwierige Kost war dagegen “Dreck” Im “Kaff”. Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit wurden aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet – mit den emotional geprägten Ansichten eines Ausländers über das Leben in Deutschland.

Letztlich spann die Theatergruppe Spielbrett mit „Irrungen“ , der wahrscheinlich ersten Komödie aus der Feder William Shakespeares, den Theaterfaden auf der Bühne in der Spielstätte Kilianikirche weiter. Im turbulenten Spiel ging es um Liebe, Tod und Wahnsinn, Identität und Individualität. Nach all den herzhaften Irrungen und Wirrungen, Verwicklungen und Wendungen kam es dann doch zur großen Familienzusammenführung.

Begeisterten Applaus gab es für jede Aufführung in den voll besetzten Spielstätten. Nach Hause ging es für viele Gäste dann immer noch nicht. In gemütlicher Runde wurde noch so manches Glas Wein im Theatercafè „Kaff“ geleert. „Wir haben eine wunderbare Theaterspielstätte in Mühlhausen“, freute sich dort eine Besucherin. Die Seniorin gehört zu den Stammgästen des Hauses. Sie genieße vor allem das hohe Niveau und die angenehme, lockere Atmosphäre, sagte sie.

DIASCHAU

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.