Vier Tonnen Druckerei

Posted by on 12. November 2010
Karl Sons GmbH bekam eine kleine Schwester mit digitaler Technik

Sechs Meter lang, an der breitesten Stelle knapp zweieinhalb Meter breit und vier Tonnen schwer ist das Herzstück der neugegründeten Druckerei „goPrint“ GmbH in Bad Langensalza. Gut 600.000 Euro investierte Geschäftsführer Wilfrid Sons in die digitale Druckmaschine der neuen Generation. Zwei neue Arbeitsplätze sind dadurch entstanden.

Von Iris Henning

BAD LANGENSALZA.

Aufmerksam blickt Druckermeister Jan Sucker in das Sichtfenster. Unter diesem stapeln sich die druckfrischen Seiten für einen künftigen Jahreskalender, eine 800er Auflage. Ein Blatt nimmt er heraus, hält es prüfend gegen das Licht und nickt zufrieden. „Die Farben kommen sehr gut“, ist sein Kommentar.

Jan Sucker ist der „Steuermann“ der neuen Druckmaschine vom Typ NexPress SE 2500. „Eine tolle Maschine“, ist der Fachmann begeistert, der schon wieder konzentriert auf den Bildschirmen den Druckverlauf verfolgt. Die Hände muss sich der Druckermeister nicht mehr schmutzig machen. Diese Maschine ist computergesteuert. Technisch ist sie so ausgerüstet, dass sie ohne die aufwändig herzustellende Druckplatte die hohe Qualität der Offset-Druckmaschinen erreicht und Farbverbindlichkeit garantiert.

Aber sie kann noch mehr. „Wir sind mit dieser Maschine in der Lage, auch Kleinstauflagen zu vernünftigen Preisen anzubieten“, so Wilfrid Sons. Kleinstauflage heißt: Es ist möglich, auch nur ein einziges Exemplar zu drucken. Zudem gestattet die Neuanschaffung personalisierte Drucke. „Wenn ein Kunde Präsentationsmappen bestellt und diese mit jeweils anderen Fotos oder anderen Begrüßungen oder Namen individuell gestaltet haben will, so ist das kein Problem“, beschreibt der Geschäftsführer die Vorzüge der Maschine.

Die Flexibilität der neuen Druckerei war Wilfrid Sons, der bereits in der Nachbarschaft vor dem Westtor 1 die Karl Sons Druck GmbH mit 15 Mitarbeitern betreibt, wichtig. „Wir wollen schnell auf Kundenwünsche eingehen können und dabei auch bezahlbar bleiben“, reagierte er auf den großen Wettbewerbsdruck in der Branche. So ermöglicht die Neuinvestition, Druckauflagen auch binnen kurzer Zeit herzustellen. „Wenn mich heute Nachmittag, 15 Uhr, wer anruft und mitteilt, dass er für seinen Messestand in Leipzig, Berlin oder sonst wo in der Republik ganz schnell noch zusätzliches Werbematerial braucht, dann bekommt er das am nächsten Vormittag“, lobt Sons die Vorzüge der neuen Druckerei „goPrint“, der kleinen Schwester der Karl Sons GmbH von nebenan. Diese talentierte Schwester kann von der Visitenkarte, über Kalender bis zum Posterformat A3-plus so ziemlich alles herstellen. Dazu gehören auch durch fluoreszierenden Farbstoff fälschungssicher gemachte Eintrittskarten – ein Verfahren, das laut Sons deutschlandweit einmalig ist.

Die ersten Kalender haben die Druckerei längst verlassen: Kunstkalender, Themenkalender für das „Hainichland“ und Kalender mit Kindermotiven, nennt Wilfrid Sons einige Beispiele.

Die sechs Meter lange Druckstrecke wurde übrigens mit einem Spezialtransport angeliefert. Um sie in das Gebäude zu bekommen, musste gar eine Wand eingerissen werden. „Aber das war es uns wert. Schließlich wollen wir hier am Standort bleiben“, so der Geschäftsführer, der vor zwölf Jahren seinen Wohnsitz vom Rheinland ins Thüringische verlegte und sich seit dem auch für die Region engagiert. So hat er für die Mitglieder des Vereins Kunstwestthüringer jetzt individuelle Postkarten gedruckt – natürlich auf der neuen Maschine.

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