Quicklebendiges Kunsterlebnis

Posted by on 7. November 2010
Die Kunstmesse „artthuer“ ist auch für Künstler aus der Region ein wichtiger Marktplatz

Puppen mit schiefen Zähne zwischen knallroten Lippen, wild aufgerissenen Augen, tollpatschig wirkenden Hände und unverhüllten, skurrilen Geschlechtsmerkmale: Ist das Kunst? Oder sind es die akribischen Tuschezeichnungen als geheimnisvoll wirkende Botschaften auf Holzscheiten? Oder sind es die kraftvollen und doch so einsam wirkenden in Schwarz und Grau gehaltenen Zeichnungen? Oder die zu Skulpturen verwandelten Arbeitswerkzeuge?

Von Iris Henning

ERFURT

Wer die Thüringer Kunstmesse „artthuer“ am Wochenende in der Thüringenhalle besuchte, fand sich einem großen Repertoire ausgesetzt. 131 Künstler zeigten an 120 Ständen ein breites, zwischen Provokation und Harmonie oszilliernedes Spektrum von Malerei, Grafik, Skulpturen, Installationen, Fotografie, Schmuck, Keramik, Metall, Glas, Holz, Textil bis hin zum Medium Video. Wer alles mit Genuss und Hinterfragen aufnehmen wollte, der hatte wohl auch alle drei Messetage voll und ganz zu tun.

Stark vertreten auf der Messe war mit neun Künstlern die Mühlhäuser Region: Marion Walther (Keramik) und Siegfried Böhning (Malerei) zählen dabei zu den erfahrensten Ausstellern. Von den insgesamt sieben artthuer-Messen gestaltete die Mühlhäuser Keramikerin sechs mit, der Bollstedter Maler fünf. Bereits viermal mit dabei ist Rüdiger Mußbach aus Höngeda. Mit Messeerfahrung reisten auch Reinhard Wand aus Dachrieden, Petra Arndt aus Volkenroda, Reinhard Mietzger aus Ammern und Marie-Luise Leonhardt-Feijen aus Schlotheim an. Messeneulinge waren Katrin Prinich-Heutzenröder und Matthias Peinelt (beide aus Mühlhausen). Sie alle bereicherten mit ihren stilistisch so verschieden ausgeprägten Kunsterzeugnissen dieses mitteldeutsche größte Podium der zeitgenössischen Kunst. Und sie repräsentierten den Unstrut-Hainich-Kreis als einen quicklebendigen Ort aktuellen Kunstgeschehens.

Freilich war dies nicht die Motivation der Aussteller, drei strapaziöse Messetage zu erdulden. Die Motivation liegt in erster Linie darin, den eigenen Bekanntheitsgrad zu pflegen und darin, Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen und – natürlich – im günstigsten Fall, auch Kunst aus dem eigenen Atelier zu verkaufen.

Diese ureigensten Interessen vertritt der Verband Bildender Künstler Thüringen, der diese Messe seit ihrer Premiere 1998 alle zwei Jahre organisiert. Mit dem Motto „Kunst sammeln – Originale kaufen“ sollte in diesem Jahr ganz explizit die Bedeutung des Kunstsammelns in den Fokus der Messe gerückt werden. So berichtete in einer Diskussionsrunde auch Dr. Rolf Luhn, der in Eigenrieden lebende Geschäftsführer der art-Region SV SparkassenVersicherung, über seine mitunter Leiden schaffende Leidenschaft des Sammelns.

Zunehmend sind die Künstler aber auch angewiesen auf die Gunst der privaten Sammler. So ist die alle zwei Jahre stattfindende „artthuer“ ebenfalls ein Gradmesser der Akzeptanz und Begehrlichkeiten privater Kunstinteressierter. „Ich bin stets neugierig, wie meine Arbeiten beim Publikum ankommen, wie die Menschen darüber denken und reden“, meinte beispielsweise Marion Walther. Ähnlich äußerten sich alle Künstler aus dem Unstrut-Hainich-Kreis. Egal, ob sie mit provokativ-schrillen Charakterpuppen (Matthias Peinelt) anreisten oder mit filigranen Botschaften auf Holz (Katrin Prinich-Heutzenröder): Sie alle waren neugierig, wie sie und ihre Arbeiten auf diesem großen Marktplatz der Kunst angenommen werden.

Die Kunstmesse „artthuer“ ist auch für Künstler aus der Region ein wichtiger Marktplatz

Puppen mit schiefen Zähne zwischen knallroten Lippen, wild aufgerissenen Augen, tollpatschig wirkenden Hände und unverhüllten, skurrilen Geschlechtsmerkmale: Ist das Kunst? Oder sind es die akribischen Tuschezeichnungen als geheimnisvoll wirkende Botschaften auf Holzscheiten? Oder sind es die kraftvollen und doch so einsam wirkenden in Schwarz und Grau gehaltenen Zeichnungen? Oder die zu Skulpturen verwandelten Arbeitswerkzeuge?

Von Iris Henning

ERFURT

Wer die Thüringer Kunstmesse „artthuer“ am Wochenende in der Thüringenhalle besuchte, fand sich einem großen Repertoire ausgesetzt. 131 Künstler zeigten an 120 Ständen ein breites, zwischen Provokation und Harmonie oszilliernedes Spektrum von Malerei, Grafik, Skulpturen, Installationen, Fotografie, Schmuck, Keramik, Metall, Glas, Holz, Textil bis hin zum Medium Video. Wer alles mit Genuss und Hinterfragen aufnehmen wollte, der hatte wohl auch alle drei Messetage voll und ganz zu tun.

Stark vertreten auf der Messe war mit neun Künstlern die Mühlhäuser Region: Marion Walther (Keramik) und Siegfried Böhning (Malerei) zählen dabei zu den erfahrensten Ausstellern. Von den insgesamt sieben artthuer-Messen gestaltete die Mühlhäuser Keramikerin sechs mit, der Bollstedter Maler fünf. Bereits viermal mit dabei ist Rüdiger Mußbach aus Höngeda. Mit Messeerfahrung reisten auch Reinhard Wand aus Dachrieden, Petra Arndt aus Volkenroda, Reinhard Mietzger aus Ammern und Marie-Luise Leonhardt-Feijen aus Schlotheim an. Messeneulinge waren Katrin Prinich-Heutzenröder und Matthias Peinelt (beide aus Mühlhausen). Sie alle bereicherten mit ihren stilistisch so verschieden ausgeprägten Kunsterzeugnissen dieses mitteldeutsche größte Podium der zeitgenössischen Kunst. Und sie repräsentierten den Unstrut-Hainich-Kreis als einen quicklebendigen Ort aktuellen Kunstgeschehens.

Freilich war dies nicht die Motivation der Aussteller, drei strapaziöse Messetage zu erdulden. Die Motivation liegt in erster Linie darin, den eigenen Bekanntheitsgrad zu pflegen und darin, Kontakte zu vertiefen und neue zu knüpfen und – natürlich – im günstigsten Fall, auch Kunst aus dem eigenen Atelier zu verkaufen.

Diese ureigensten Interessen vertritt der Verband Bildender Künstler Thüringen, der diese Messe seit ihrer Premiere 1998 alle zwei Jahre organisiert. Mit dem Motto „Kunst sammeln – Originale kaufen“ sollte in diesem Jahr ganz explizit die Bedeutung des Kunstsammelns in den Fokus der Messe gerückt werden. So berichtete in einer Diskussionsrunde auch Dr. Rolf Luhn, der in Eigenrieden lebende Geschäftsführer der art-Region SV SparkassenVersicherung, über seine mitunter Leiden schaffende Leidenschaft des Sammelns.

Zunehmend sind die Künstler aber auch angewiesen auf die Gunst der privaten Sammler. So ist die alle zwei Jahre stattfindende „artthuer“ ebenfalls ein Gradmesser der Akzeptanz und Begehrlichkeiten privater Kunstinteressierter. „Ich bin stets neugierig, wie meine Arbeiten beim Publikum ankommen, wie die Menschen darüber denken und reden“, meinte beispielsweise Marion Walther. Ähnlich äußerten sich alle Künstler aus dem Unstrut-Hainich-Kreis. Egal, ob sie mit provokativ-schrillen Charakterpuppen (Matthias Peinelt) anreisten oder mit filigranen Botschaften auf Holz (Katrin Prinich-Heutzenröder): Sie alle waren neugierig, wie sie und ihre Arbeiten auf diesem großen Marktplatz der Kunst angenommen werden.

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