Äbtissin ist Namensgeberin

Posted by on 7. November 2010
Haus 6 der Evangelischen Heimstätte Kloster Zella eingeweiht

KLOSTER ZELLA.

Ein neues Gebäude auf altem Fundament ist das Haus 6 der Evangelischen Heimstätte Kloster Zella in der Gemeinde Rodeberg. Nach einjähriger Bauzeit wurde es jetzt durch einen ökumenischen Gottesdienst eingeweiht. Den zelebrierten der Superintendent des Kirchenkreises, Andreas Piontek, der Pfarrer des Klosters und Vorsitzende der Evangelischen Heimstätte, Dirk Vogel, und der Ortspfarrer aus Struth, Helmut Tasch. In ihren Predigten lobten sie den Neubau vor allem als „ein Haus für Menschen“. Dem schloss sich auch Bürgermeister Klaus Zunke-Anhalt (CDU) an. Er würdigte ebenso die gelungene Architektur in Holz-Glas-Bauweise, die sich einerseits in das historische Ambiente des Klosters einpasst, andererseits den Senioren ein lichtdurchfluteter Aufenthaltsraum ist. Von diesem Raum aus ist der gesamte Klosterhof zu übersehen.

In dieses ehemalige Werkstattgebäude des Klosters wurden rund 810.000 Euro investiert. Elf moderne Heimplätze für Senioren wurden geschaffen. Damit sind nun alle 91 verfügbaren Pflegeplätze der Evangelischen Heimstätte modernisiert und standardisiert. Die Bauleitung lag in den Händen des Architekturbüros Eberhardt und Apel aus Eschwege.

Das Haus 6 erhält, wie auch schon Gebäudeteile der Heimeinrichtung zuvor, einen besonderen Namen. Die im Dreißigjährigen Krieg amtierende Äbtissin Dorothea Schmidt ist Namensgeberin. Laut Chronik des Klosters hatte sich die Äbtissin im Winter 1642/43 für das Überleben der Klosterbewohner eingesetzt. Wertvolle Gegenstände, wie Altarleuchter und Kelche, wurden verkauft, um notwendige Lebensmittel zu erwerben. Zugleich gab sie die Klostergüter für die umliegenden Bauern frei, damit diese und ihre Familien den Kriegswinter nach schweren Plünderungen überleben konnten.

An die Äbtissin und ihr Wirken soll eine Figur am Haus 6 erinnern. Zur Finanzierung dieser überreichte Dieter Eberhardt vom Architekturbüro eine Geldspende. Zuvor übergab er an die Leiterin des Heimes, Waltraud Germanus, den symbolischen Schlüssel für das Haus.

Die Zeremonie der Einweihung des neuen Hauses wurde trotz Regens nicht nur von Bauarbeitern und Ehrengästen verfolgt, sondern auch von vielen Bewohnern des Heimes. „Eine schöne Feierstunde“, meinte Walter Köthe, der zum Heimbeirat gehört. Der Senior nahm in Begleitung von Schwester Ingelore an der Übergabe des Hauses teil.

Am Bau beteiligt waren ausschließlich Unternehmen aus der Region: die Tischlerei Jacobi aus Struth, der Malerbetrieb Helbing aus Struth, der Dachdecker Voigt aus Bickenriede, Fliesen-Kirchner aus Struth, Metallbau Apel aus Mühlhausen, Otto Heinemann (Fußbodenarbeiten) aus Mühlhausen, Uli Heinemann (Bauarbeiten) aus Heuthen, Zimmerer Wolfgang Gaßmann aus Struth, die Wärme- und Klimatechnik WKT aus Mühlhausen und Hartmut Hochhaus (Elektroarbeiten) aus Hollenbach.

Iris Henning

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