Angenehme Geborgenheit

Posted by on 31. Oktober 2010
Der Hof von Norbert Bugdol bietet gleich mehrere ansichtskartenreife Anblicke

In immer mehr Höfen sagen sich Natur und Architektur mittlerweile Guten Tag. Was einst als Wirtschaftsfläche und -gebäude geplant und angelegt wurde, ist vielen Menschen heute die Erweiterung der persönlichen Wohnräume. Höfe verwandelten sich besonders in den letzten Jahren zu grünen Oasen der Lebensfreude und zu Stätten der Begegnung für die ganze Familie, mit Freunden und Bekannten. Einblicke in diese meist versteckten Refugien hinter den Häusern wollte diese Serie geben. Mit dem Hof von Norbert Bugdol aus Bad Langensalza endet der Blick hinter die Hoftüren.

Von Iris Henning

BAD LANGENSALZA.

Mitten im Inneren des Straßengeflechts liegt die Mauergasse, deren Namensgeber wohl die historische Stadtmauer gewesen sein mag. Auf die blickt Architekt Norbert Bugdol. Ganz besonders reizvoll ist die Ansicht von seinem Hof aus. Mitten auf den Pulverturm schaut er. Ein Motiv, das ansichtskartenreif ist. Dieser Blick ist nicht der einzige Hingucker. Nur eine Vierteldrehung, und man sieht ein Wasserrad, das einst wohl von dem Flüsschen Salza angetrieben wurde. Heute ist das Rad ein gut gepflegtes technisches Denkmal – und ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv. Jedenfalls zum Tag der offenen Höfe, wenn der freundliche Architekt seinen Privathof für die vielen Neugierigen öffnet. Kaum einer, der nicht die Kamera zückt, um einige Bilder als Erinnerung – und vielleicht auch als Anregung – zu speichern. Anregungen zur Gestaltung gibt der Bugdol’sche Hof so einige: Ausgediente Steine aus Bauten von anno dazumal kommen als dekorative Schönheiten zur Geltung, als Blumentisch und Wasserlauf, zum Beispiel. Und wo die Steine nicht ausreichten, fügte Norbert Bugdol Natursteine hinzu. Keine Null-acht-fünfzehn-Typen. Es sind Kalksteine und Travertin, die reichlich in der Umgebung von Bad Langensalza zu finden sind.

Üppige Bepflanzung sorgt nicht nur für reichlich Grün auf dem Hof. Sie sorgt für das angenehme Gefühl der Geborgenheit. Am liebsten möchte man sich einen Liegestuhl holen und einfach nur schauen und genießen – zumindest im Sommer.

Ein reizvolles Schmuckstück hat Norbert Bugdol aus seinem kleinen Anwesen inmitten der Altstadt gemacht. Hier treffen Geschichte und Gegenwart unmittelbar aufeinander. Nicht nur wegen der geschichtsträchtigen Kulisse, die den Hof umgibt. Ein sehenswertes Beispiel, historische Bausubstanz mit moderner Architektur zu verbinden, ist ebenfalls das Haus. Die Gestaltung der Hoffassade aus Holz und Glas lässt dem Gebäude den für die Bad Langensalzaer Innenstadt so typischen Fachwerk-Charme. Genau dieser Charme ist es, der Bad Langensalza zu den historisch bedeutenden Städten in Thüringen zählen lässt.

Ein Dankeschön

Mit dem Bugdol’schen Hof enden die Blicke auf fremde Höfe. 16 Hofbesitzer öffneten vom Sommer bis in den Herbst hinein die Türen und Tore zu ihren privaten Refugien. Ihnen ging es nicht darum, ihre Besitztümer zu zeigen. Ihnen ging es vor allem darum, zu zeigen, wie aus heruntergekommenen und vernachlässigten Höfen lebenswerte Orte geschaffen werden können. Sie wollen Mut machen zum Gestalten und zeigen, dass es sich lohnt, Mühe, Zeit und – ja, auch oft viel Geld zu investieren. Ihnen ein herzliches Dankeschön.

DIASCHAU

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