Mühlhäuser Stadtorganist auf dem Siegerpodest

Posted by on 14. Oktober 2010
Denny Ph. Wilke erhielt als einziger Teilnehmer aus Europa einen Preis

Denny Ph. Wilke, Stadtorganist und künstlerische Leiter der Mühlhäuser Marienkonzerte, spielte sich jetzt während des internationalen Orgel-Wettbewerbes „Sydney Organ Competition 2010″ auf den dritten Platz. Er ist damit der einzige Teilnehmer aus Europa, der zu den drei Preisträgern gehört.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Denny Ph. Wilke zeigt sich überglücklich über den Erfolg. „Das war eine große Überraschung für mich. Dieser Wettbewerb zählt zu den renommiertesten auf der internationalen Bühne“, erzählt er.

Beworben am Wettbewerb hat sich Wilke mit einer von ihm eingespielten CD. Alte Meister, französische und romantische Musik wählte er für diese 60-minütige Bewerbung aus. Groß sei die Freude schon gewesen, als die Post die Zulassung zum Wettbewerb brachte. Letztlich habe er sich unter den sechs Finalisten wiedergefunden, die vor Jury und Publikum in der St. Patrick’s Catholic Cathedral auftraten. Zu spielen sei auf einer großen englischen Orgel gewesen. Lediglich drei Stunden Einrichtungszeit sei jedem Organisten geblieben. Das musste reichen für den großen Auftritt, der auch im Rundfunk übertragen wurde. Mit Johann Sebastian Bach, César Franck, Franz Liszt und dem französischen Zeitgenossen Jean Guillou gelang dem Mühlhäuser Stadtorganisten der Sprung auf den dritten Platz. Der erste Preis blieb in Sydney, er wurde von Eun Hye Lee errungen. Der zweite Platz ging in die USA, erspielt von Eun Hea Kwon.

Überrascht war Denny Ph. Wilke nicht nur über seinen Erfolg, sondern auch über die Tatsache, dass das thüringische Mühlhausen in Sydneys Musikwelt nicht unbekannt ist – dank Johann Sebastian Bach, wie er hinzufügt. „Die Australier, die ich während des Wettbewerbs kennenlernte, sind unheimlich kultiviert. Sie verehren Bach und sie kannten jede Lebensstation dieses Musikgenies und somit auch Mühlhausen“, erzählt der Preisträger. Auch er habe Werbung für Mühlhausen gemacht, besonders für die Sauer-Orgel in der Kirche St. Marien und deren einmaliges Klangbild.

Die St. Patrick’s Catholic Cathedral in Sydney war übrigens nicht der einzige Auftrittsort von Wilke. Er spielte auch in der berühmten Town-Hall auf der großen Orgel, die die englische Firma William Hill & Son im Jahr 1890 baute – vor sehr großem Publikum.

Etwa 16500 Kilometer hat Wilke zurückgelegt, um beim Wettbewerb in Sydney dabei sein zu können. Wochen vorher hat er sich akribisch auf diesen Auftritt vorbereitet.

Denny Ph. Wilke, Jahrgang 1979, gilt als besonderes Talent auf der Orgel. Er erhielt seine Ausbildung im Meisterklassenfach bei dem Gewandhausorganisten Michael Schönheit und erlangte 2006 sein Konzertexamen am Konservatorium Rotterdam bei Ben van Oosten. Innerhalb der Europäischen Musikakademie Bonn erhielt er 2003 ein Stipendium für die Meisterklasse von Notre-Dame-Organist Olivier Latry. Als Solist und Mitwirkender gastiert Denny Ph. Wilke bei namhaften Orchestern wie dem Gewandhausorchester zu Leipzig, den Hamburger Symphonikern, der Staatskapelle Halle, der Norddeutschen Philharmonie Rostock, der Jenaer Philharmonie, und anderen. Seit Beginn der Reihe „Mühlhäuser Marienkonzerte“ im Jahr 2008 ist Denny Ph. Wilke dessen künstlerischer Leiter. Im Jahr 2009 wurde er durch Oberbürgermeister Hans-Dieter Dörbaum zum Mühlhäuser Stadtorganisten berufen.

Das nächste Konzert mit Wilke in Mühlhausen findet am Samstag, 30 Oktober, 20 Uhr, in der Marienkirche statt. Er begleitet das „Concerto Sacro“ aus Leipzig, ein Ensemble für alte Musik, an der Sauer-Orgel. Karten dafür gibt es bereits im Vorverkauf in der Tourist-Information.

www.sauer-orgel-muehlhausen.de

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