Ein Mann vieler Lieder

Posted by on 14. Oktober 2010
Tim O’Shea kam als alter Bekannter nach Mühlhausen und wurde mit viel Applaus begrüßt

MÜHLHAUSEN.

Ohne viel Aufsehen tritt er aus dem Hintergrund, nimmt Platz hinter einem Wall von Instrumenten und Technik, blickt kurz ins Publikum, um es ebenso knapp zu begrüßen. Tim O’Shea ist kein Mann vieler Worte. Vielleicht liegt es daran, dass er nur wenig Deutsch spricht und weiß, dass hierzulande die meisten ebenso wenig Englisch verstehen. Verständigungsschwierigkeiten blieben dennoch aus. Denn O’Shea ist ein Mann vieler Lieder, vieler irischer Lieder. Und so, wie er sie vorträgt, liebt ihn sein Mühlhäuser Publikum.

Als alter Bekannter kam der sympathische Musiker in die thüringischen Kreisstadt. Zum dritten Mal spielte er hier, zum zweiten Mal als Gast in der Reihe TA-Café. Und wieder einmal sorgte er für ein volles Haus in der zur Konzerthalle umgewandelten Stadtbibliothek Jakobikirche. Mit fast immer geschlossenen Augen stimmte er dort seine Lieder an, tief versunken in die sehnsüchtigen Melodien der Liebeslieder, die er mit seiner Gitarre in den Raum seufzte. Das ist sehr sinnlich, sehr sentimental. Nicht wenige im Publikum schließen ebenfalls die Augen, um sich ganz der Melodie hinzugeben.

O’Shea lässt das nur kurz zu. Er ist einer, der gern Kontraste setzt. Den sanften Tönen folgen kräftige, fordernde, begleitet von einem mitreißenden Rhythmus. Und dann wieder eins, das so ein typisches Tanz-Lied ist, bei dem sich die Tänzer anfangs zu einer Linie formatieren. In der Jakobikirche macht das natürlich niemand. Dafür wird mit lautem Klatschen der Rhythmus noch verstärkt.

Tim O’Shea kam nicht allein zum Konzert. Es ist typisch für ihn, Gäste mitzubringen. Dieses Mal waren es Declan Buckley, der mit seinem irischen Dudelsack ein vorzüglicher Partner war, und die schottische Sängerin Joanna Scott Douglas, die mit ihren Folk-Pop-Songs das Publikum ebenso begeisterte.

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