Rarität unter dem Tor

Posted by on 11. Oktober 2010
Die Adresse am Entenlaich macht die Geschichte der Stadt Bad Langensalza erlebbar

In immer mehr Höfen sagen sich Natur und Architektur mittlerweile Guten Tag. Was einst als Wirtschaftsfläche und -gebäude geplant und angelegt wurde, ist vielen Menschen heute die Verlängerung der Wohnräume. Höfe verwandelten sich besonders in den letzten Jahren in Oasen der Lebensfreude und zu Stätten der Begegnung für die Familie, mit Freunden und Bekannten. Einblicke in diese meist versteckten Refugien hinter den Häusern will diese Serie geben. Ein Kleinod in der Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza ist der Hof der Familie Hense am Entenlaich.

Von Iris Henning

BAD LANGENSALZA.

„Eine Kostbarkeit und Rarität sowie etwas ganz Verrücktes“, schwärmt Gästeführerin Mary Fischer auf dem Weg zum Entenlaich 14. Der jungen Frau folgt eine ganze Schar Neugieriger. Heute ist Tag der offenen Höfe und für die Gästeführerin und ihre Begleiter öffnen sich Tore, die sonst für die Öffentlichkeit geschlossen sind.

Mary Fischer hat nicht übertrieben. Lautes Ah und Oh des Staunens ist zu hören, schon bevor es in den Hof hineingeht. Allein das prachtvolle Portal dieses Hauses, dessen Grundstein im Jahr 1611 gelegt wurde, löst Begeisterung aus. Es ist eines der schönen Fachwerkhäuser, die die faszinierende Geschichte der sehr alten Stadt erlebbar machen.

Es kann kein armer Mann gewesen sein, der dieses Prachtstück von Haus einst bauen ließ. „Ein Handelskaufmann“, weiß Mary Fischer aus der Geschichte. Seine Frau gebar ihm in diesem Haus acht Kinder.

Bemerkenswert sind nicht nur das mit viel Liebe und Aufwand sanierte Haus und der Hof, der eine einzige Blumenpracht ist. Unter der Toreinfahrt verbirgt sich ein weiterer Schatz, eine regelrechte Rarität: Eine Pflasterung aus Eichenholz, auf dem noch die Hufabdrücke der Pferde sichtbar sind. Das Pflaster hat ein Schmied, der Anfang des 19. Jahrhunderts in dieses Anwesen zog, einbringen lassen.

Die reizvolle Schönheit dieses alten Hauses mit all seinen Besonderheiten haben Michael und Caroline Hense wieder hergestellt. Sie machten die Adresse am Entenlaich 14 zu einer der schönsten in der Kur- und Rosenstadt und für sich zum Sitz ihrer Rechtsanwaltskanzlei. Der Clou des sanierten Hauses, so weiß Mary Fischer, befindet sich aber auf dem Dach des Seitenflügels: Ein Swimmingpool. Ein Bad in diesem ist nicht nur erfrischend, sondern gestattet den Blick aus einer außergewöhnlichen Perspektive auf die Innenstadt von Bad Langensalza. Der Pool allerdings ist dann doch Privatsache und auch nicht zum Tag der offenen Höfe zu sehen.

DIASCHAU

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