Zart, schön und hochgiftig

Posted by on 16. September 2010
Die Herbstzeitlose zeigt sich wieder in sehenswerter Blüte

Sie ähnelt dem Krokus, ist aber ein Liliengewächs. Während der Krokus das zeitige Frühjahr für seine Blüte gewählt hat, ist für die Herbstzeitlose die Blütezeit von Ende August bis in den Oktober hinein. So schön wie die Herbstzeitlose ist, so giftig ist sie auch.

Von Iris Henning

HAINICH.

Rosafarben bis hellviolett treibt die Herbstzeitlose ihre Blüte aus der Erde. Die zarte Schöne ist ein richtiger Spätzünder unter den Blumen. Während andere sich längst ausgeblüht haben, fängt die Herbstzeitlose erst an, ihre Schönheit zu entfalten. Vor allem im Hainich ist sie derzeit ein wahrer Hingucker. Die trichterförmige Blüte scheint dabei auf einem kurzen Stengel zu sitzen. Der ist aber in Wirklichkeit die Blütenröhre, die aus der Zwiebelknolle entspringt. Die Blätter erscheinen erst im nächsten Frühjahr und haben eine tulpenähnliche Form. In dieser Phase ist die Herbstzeitlose leicht mit dem Bärlauch zu verwechseln. Unaufmerksame Sammler können sich schnell etwas Giftiges als ungewolltes Mitbringsel in den Korb packen.

Die Herbstzeitlose gilt als hochgiftig. Sie enthält das Gift Colchicin, das Ähnlichkeiten mit Arsen aufweist. Die toxische Wirkung der Herbstzeitlosen findet Anwendung in der Medizin und bei der Pflanzenzucht. In der richtigen Dosis kann das Gift zur Behandlung von Gelenkschmerzen bei Gicht verwenden werden. Um diese Wirkung wusste man bereits im Mittelalter. Manche zu dieser Zeit hergestellte Droge galt aber auch als Mordinstrument.

Die Herbstzeitlose stammt ursprünglich aus Westasien und Teilen des östlichen Mittelmeerraumes, findet sich heute aber verbreitet auch in Süd-, Mittel- und Westeuropa und hat längst auch den Hainich als Lebensraum für sich erobert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.