Kunst als Erlebnis

Posted by on 30. August 2010
Ein Bildhauer, ein Maler und ein Grafiker begeben sich auf den Trilobit-Pfad

Der „Trilobit“ hat seinen Einstand gegeben: Die aus drei Herren bestehende Künstlergruppe stellte sich jetzt während eines offenen zweitägigen Bildhauer-Symposiums vor, machte Kunst zum sinnlichen Erlebnis – und fand dabei gute Beachtung.

Von Iris Henning

DACHRIEDEN.

„Das ist ja richtig schön hier, zu sehen, wie Kunst entsteht. Vor allem ist es interessant.“ Die Mühlhäuser Buchhändlerin Ursula König ist begeistert von der Trilobit-Aktion, für die der Hof des Cafés „bisschen bunt“ in Dachrieden malerische Kulisse ist.

Der Mühlhäuser Bildhauer Olaf Meinel, der Mühlhäuser Grafiker Matthias Peinelt und der Dachrieder Maler Reinhard Wand freuen sich über das Interesse und das Lob. „Es waren einige, die uns besucht haben und neugierig waren, wie wir hier Steine klopfen“, sagt Peinelt im laxen Ton. Er plaudert gern mit dem Publikum, erklärt, während er den Stein bemalt, seine Ideen und seine Arbeiten. Die Reliefs, die er schuf, sind schrill und bunt. In der Farbgebung ist der Grafiker nicht zimperlich. Er spielt mit Rot und Blau, Grün und Gelb und ist erst zufrieden, wenn seine schrägen Figuren knallbunt sind, als wollten sie zum nächsten Karneval-Tanz.

Einen völlig anderen Stil bevorzugt Olaf Meinel. Seine Skulpturen sind geprägt von eleganter Harmonie und klassischer Schönheit. Er ist ein Bildhauer der alten Schule. Einer, der sein Wissen gern weiter gibt, etwa an seine Trilobit-Freunde. Als Maler und Grafiker sind die von ihnen jetzt geschaffenen Reliefs und Figuren die ersten Versuche dreidimensionaler Arbeit. „Die haben aber das Talent zum Bildhauen“, bescheinigt Meister Meinel.

Vielleicht liegt es auch an der ruhigen Art, wie Olaf Meinel die Bildhauer-Arbeit erklärt und demonstriert. Dieses Sich-Zeit-Nehmen schätzten auch die Teilnehmer des Symposiums. Einer, so erzählt der Bildhauer, hat an einem Tag gleich zwei Figuren geschaffen und sie voller Stolz mit nach Hause genommen.

Der Trilobit-Einstand soll nur der Anfang gewesen sein. Die Drei Herren können sich durchaus vorstellen, gemeinsame Ausstellungen zu organisieren und Kunstinteressierten Workshops in der Bildhauerei und im Malen anzubieten. „Wer Kunst macht, dem erschließt sich die Welt besser. Der sieht seine Umgebung plötzlich mit ganz anderen Augen“, meint Peinelt. Viel mehr liegt ihm aber daran, die Angst vor der Kunst zu nehmen und zu vermitteln, dass es viel Spaß macht, künstlerisch tätig zu sein.

Die Mühlhäuser Buchhändlerin weiß zwar noch nicht, ob sie an einem solchen Workshop teilnehmen wird. „Aber ich komme wieder, um Kunst und Kunstschaffende so nah zu erleben“, sagt sie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.