Die seltsamen Erlebnisse des Molitoris

Posted by on 16. August 2010
Museumsdirektor Thomas T. Müller stellte sich während Lesung von seiner satirischen Seite vor

Er arbeitete als Barkeeper, Journalist und Wirtschaftsfotograf. In Mühlhausen ist Thomas T. Müller vor allem als rühriger Museumsdirektor bekannt. Jetzt stellte sich der 36-Jährige in der Stadtbibliothek als Satiriker vor. Zehn Geschichten gab er zum Besten und sorgte damit für ausgelassene Heiterkeit im bis auf den letzten Stuhl besetzten Haus.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Tassilo Molitoris hat in seinem jungen Leben schon so einiges erlebt. Aus dessen abenteuerlichen Leben berichtete Thomas T. Müller in zehn satirischen Kurzgeschichten. Und allzu schwer war es für das Publikum nicht zu erraten, wer der Held Tassilo Molitoris ist. Steht doch das „T.“ im Namenszug des Museumschefs für Tassilo. Und für einen, der Latein gelernt hat, ist es ein Leichtes, seinen landauf landab so häufig anzutreffenden Zunamen in eine Rarität zu übersetzen.

Also berichtet Thomas T. Müller aus seinem Leben und schwört dabei inständig, dass diese in Wirklichkeit so nie stattgefunden haben. Er erzählt aus seiner Kindheit als Bleichgesicht, der unbedingt dem roten Bruder Gojko Mitic begegnen möchte und erinnert sich an seine Studentenzeit und seine abenteuerlichen Reisen nach Osteuropa. Die meisten Geschichten berichten jedoch aus einem höchst aufregenden Familienalltag mit seiner ihm angetrauten Gattin und seinen zwei gewitzten Kindern. Gattin, Tochter und Sohn sind ihm mehr als eine liebenswerte Familie. Sie sind ihm die Lieferer wunderbarer Geschichten aus dem Alltag, die der Autor satirisch und höchst amüsant betrachtet. Manch einer im Publikum wird sich aber wohl doch gefragt haben, ob Frau und Kinder von diesen Geschichten wissen.

Doch wie schafft es der vielbeschäftigte Museumschef, Familienvater, Haus-Sanierer, in vielen Vereinen ehrenamtlich Wirkende und an seiner Doktorarbeit schreibende Mann überhaupt noch, Geschichten aufzuschreiben? „Andere entspannen sich beim Joggen, ich greife zum Stift und schreibe die Geschichten auf, die mir schon lange im Kopf herumtanzen“, antwortet der Autor. Diese Art von Stressbewältigung wolle er auch künftig fortsetzen. Zudem überlege er, ob er seine Geschichten einem Verlag anbieten wird.

Wünschenswert wäre das auf jeden Fall. Irgendwie liegen die Molitoris-Erlebnis-Pfade tatsächlich zwischen denen von Kishon und Kaminer, wie in der Einladung zum satirischen Abend zu lesen war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.