Berauschender Rhythmus

Posted by on 16. August 2010
Über 600 Besucher feierten im Puschkingarten das dritte New Orleans Music Festival

New Orleans – das klingt nach Jazz, Blues, Gospel, Brass Music, Rhythm and Blues, Cajun, Rock ’n‘ Roll und Soul, nach Lebensfreude und musikalischer Vielfalt. Zum New-Orleans-Festival war wieder in den Mühlhäuser Puschkingarten eingeladen.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Dieser Brass ist Rhythmus pur. Ein Ur-Rhythmus, der den Zuhörer packt, ihn durchrüttelt und schüttelt, dass der Alltag einfach so weggleitet. Heute Abend wird gefeiert und getanzt. Die „New Orleans Brass Connection“ trompetet, trommelt und posaunt dazu, was die Instrumente hergeben.

Mit Klangfülle eröffnete die Band vor mehr als 600 Zuschauern das New Orleans Music Festival im Puschkingarten. Es ist das Dritte mittlerweile. 2008 zog das Festival erstmals nach Mühlhausen ein. Mit etwas Bauchschmerzen, wie Andreas Weber vom städtischen Kulturamt und Wolf-Dieter Kirchner vom Priorat für Kultur und Soziales zurückblicken. So kurz vor der Kirmes käme da so gut wie kein Mensch, mahnten die Vorsichtigen.

Die Mahner irrten und die Mutigen sollten recht behalten. Der Puschkingarten war voll. Im vergangenen Jahr noch voller und in diesem Jahr, zum Festival Nummer drei, war der Publikumsandrang noch größer. „Das ist die phantastische Atmosphäre und die Lebensfreude, die diese Musik versprüht“, meint Festival-Organisator Rolf Schubert vom gleichnamigen Kölner Konzertbüro.

Recht hat er. Wer sich hier nicht vom Rhythmus anstecken lässt, ist selber schuld. Und wer sich hat einmal anstecken lassen, kommt immer wieder gern, um sich berauschen zu lassen von den Klängen der New-Orleans-Musik.

Die Musiker gönnten sich auch in diesem Jahr bis Mitternacht kaum Pausen. Drei Bands wechselten sich ab und tauchten die Zuhörer in farbige Klangwelten. Mit kraftvoller Gitarre und Stimme fegte Khalif „Wailin“ Walter – ein Bob-Marley-Typ – sein Musiktemperament durch die Sommerluft, unterstützt durch seine Blues Band. Nicht weniger leidenschaftlich die „Maryland Jazzband of Cologne“. In dunkle Anzüge gekleidet schritten die mitunter schon in die Jahre gekommenen Männer als vermeintlich brave Biedermeier auf die Bühne, um musikalisch genau das Gegenteil zu beweisen. New Orleans Musik hält jung!

Die drei Bands können nicht nur jede für sich New-Orleans-Funken tanzen lassen. Die Jam-Session am Schluss des Festivals glich einem Showdown, bei dem es aber keine Besiegten, sondern nur Sieger gab: die Musiker und das Publikum.

Im nächsten Jahr soll es die vierte Auflage des New Orleans Festivals geben. „Da setzen wir noch eins drauf“, blickt Wolf-Dieter Kirchner voraus. „Wir werden dann auch einen New-Orleans-Frühschoppen anbieten.“

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