Verwandlung der Steine

Posted by on 10. August 2010
Der Eschweger Künstler Dieter Schönberg verbindet die Wissenschaft mit der Kunst

Steine sind nicht grau. Sie sind bunt. Das zeigt die Ausstellung „Petrographie – Stein-Zeit in der Kunst“ von Dieter Schönberg in der Mühlhäuser Kirche St. Petri.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Die Bilder sollen Steine zeigen? Diese Vorstellung ist verwirrend. Das Auge nimmt Strukturen und Flächen, Farben und Formen wahr, die miteinander zu tanzen scheinen. Ein Rhythmus ist allerdings nicht auszumachen.

Und doch sind diese Tänzer in Kunst verwandelte Steine. Diese Metamorphose verdanken sie dem Eschweger Künstler Dieter Schönberg. Der verbindet in seiner „Stein-Zeit“ die Kunst mit der Wissenschaft und ermöglicht dem Betrachter seiner Bilder eine völlig neue Perspektive auf und in die Welt der Steine.

Diese Art der Kunst ist auch ein Stück Familiengeschichte der Schönbergs. Torsten Schönberg, der Sohn des Künstlers, ist Geologe. Er nahm Gesteinsproben vom Rand des Flusses Thaya in Niederösterreich und von der Blauen Kuppe im Eschweger Becken, präparierte und analysierte sie. Hauchdünne Plättchen, gerade mal ein 30.000stel Millimeter zart, gelangen dabei unter ein spezielles Mikroskop. In der Vergrößerung zeigen die Gesteinsproben eine sonst nie zu sehende Farb- und Formenpracht. Und so wie einst, als es noch keine Fotografie gab, die Botaniker die Pflanzen- und Tierwelt mit Pinsel und Farben festhielten, ließ sich Dieter Schönberg von den makroskopisch aufbereiteten und mikroskopisch analysierten Gesteinen inspirieren.

Vierzig Bilder entsanden in dem Zyklus “Petrographie – Stein-Zeit in der Kunst“. Für die Ausstellung in der Mühlhäuser Petrikirche wählte Schönberg 20 aus. „Es sind die Schönsten“, erzählt er während der gut besuchten Vernissage am Montagabend.

Die Ausstellungseröffnung gestalteten er und sein Sohn zu einer unterhaltsamen populärwissenschaftlichen Stunde über Gesteinskunde, Geologie, Mineralogie und Malerei. Die Ausstellung selbst ist eine Komposition aus Gemälden in Aquarell und Öl, aus Fotografie und Gesteinsproben. Zu sehen ist „Petrographie – Stein-Zeit in der Kunst“ noch bis zum 5. September in der Kirche St. Petri.

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