Denkzeichen gesetzt

Posted by on 12. Juni 2010
Harald Stieding stellt sich im Stadtmuseum mit der Ausstellung „Selbstaufträge“ vor

Ein schönes Freiluft-Fest wurde die Ausstellungseröffnung „Selbstaufträge“ von Harald Stieding am Donnerstagabend im Augustinerkloster. Meisterlich arrangiert hatten dies der Künstler und die Mitarbeiter des Stadtmuseums.

Von Iris Henning

BAD LANGENSALZA.

Die Familie, Kunstfreunde, Weggefährten, Künstlerkollegen, viele Interessierte und die schöne Rosenkönigin der Stadt, Josephine Wapsa, waren gekommen, um dem Bad Langensalzaer Künstler zu gratulieren: zum einen zu seinem Jubiläum – Harald Stieding wurde vor kurzem 70 Jahre – und zum anderen zur Sonderausstellung im Stadtmuseum im Augustinerkloster. In dieser gibt Stieding unter dem Titel „Selbstaufträge, Skulpturen und Grafik“ einen Einblick in sein sehr umfangreiches künstlerisches Schaffen, in sein Denken, sein Fühlen, seine Sehnsüchte, Träume und Zweifel.

Stieding ist mit seiner Kunst ganz nah am Leben. Er verleiht erotischen Freuden knisternden, lebensprallen Ausdruck und verbirgt anderswo nicht seine politische Bissigkeit. Genau so kennen und schätzen ihn besonders die Bad Langensalzaer. Harald Stieding hat in seinem Jahrzehnte währenden Künstlerleben schon viele Spuren in seiner Heimatstadt hinterlassen. Das lobte insbesondere Christina Lange, die ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin von Bad Langensalza, während der Ausstellungseröffnung im Kreuzgang des ehemaligen Augustinereremitenklosters. Harald Stieding, so sagte sie, gehöre „in unverwechselbarer Weise zu unserer Stadt“. Er habe sich mit seiner Kunst in das Stadtleben, in das Leben der Menschen, eingebracht. Mit seinen Personen-Denkmälern habe er Denkzeichen gesetzt. Das bestätigte Prof. Dr. Peter Arlt in seiner Laudatio. An vielen Stellen in der Stadt treffe er auf unverkennbare Stieding-Arbeiten. Oft werden größere Arbeiten dabei begleitet von dem kleinen Bläser. Wie ein Maskottchen oder ein Schutzbeauftragter ergänzt der Winzling größere Stieding-Werke. Vielleicht will dieser kleine Bläser aber so manchem auch nur den Marsch blasen.

Festliche Begleitmusik gab es indes zur Ausstellungseröffnung. Die wurde vom Bad Langensalzaer Saxophonquintett mit Lehrern und Freunden der Kreismusikschule „Johann Sebastian Bach“ dargeboten. Gefeiert, gegessen, getrunken und geschwatzt haben die Familie, die Kunstfreunde, Weggefährten, Künstlerkollegen noch bis in den tiefen Sommerabend hinein. Der kleine Bläser hat zugeschaut. Auch er ist in der neuen Stieding-Ausstellung im Stadtmuseum zu finden. Ebenso weitere markante Stieding-Arbeiten, wie „Kain und Abel – Das Kreuz“. Vor der Kreuzgang-Kulisse ist es wie ein mahnendes Schwert, ein Denkzeichen eben, positioniert.

Zu sehen ist die Ausstellung „Selbstaufträge“ bis zum 12. September. Begleitend zur Ausstellung hat der Künstler einen Katalog herausgegeben, der weitere Arbeiten vorstellt.

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