Das Fundstück auf dem Feld

Posted by on 2. Juni 2010
Fachreferent für Ur- und Frühgeschichte erklärte vor Ortschronisten die Meldepflicht

Die Wahrscheinlichkeit, auf einem Acker im Unstrut-Hainich-Kreis einen archäologischen Schatz zu finden, ist höher als ein Fünfer im Lotto. Das sagte Wulf Walther vom Fachreferat Ur- und Frühgeschichte der Mühlhäuser Museen vor den Dorfchronisten.

OBERDORLA.

Jährlich gibt es im Unstrut-Hainich-Kreis zwischen 5000 und 10000 archäologische Funde. Manchmal sind es nur Scherben, die Zeugen einer Jahrtausende alten Geschichte sind. Manchmal sind es auch richtige Schätze, etwa 2000 Jahre alte römische Münzen.

Doch wem gehören diese Funde eigentlich? Darf der Finder sie in die Hosentasche stecken und damit verschwinden?

Darf man nicht, schüttelt Wulf Walter energisch seinen Lockenkopf. Solche Fundstücke nennt man „herrenlose Funde“ und die gehören, wenn sie im Unstrut-Hainich-Kreis entdeckt werden, dem Land Thüringen, führt der Fachreferent für Ur- und Frühgeschichte der Mühlhäuser Museen aus. Er ist gerade Gastdozent vor Dorfchronisten aus dem Landkreis. Das Thüringer Denkmalschutzgesetz ist sein Thema. Er sensibilisiert die Dorfchronisten, mit wachen Augen durch die Flur zu gehen oder, wenn es im Dorf eine Baustelle gibt, auch dort einmal vorbeizuschauen. Denn oft landen mögliche Fundstücke achtlos auf dem Bauschutt. Erdverkrustet, verrostet oder nur als Bruchstück an die Oberfläche gekommen, würden dessen historischer Wert oft gar nicht erkannt.

Ein kompliziertes Prozedere ist die Meldepflicht etwaiger Fundstücke nicht. „Sie brauchen sich nur an uns, an die Mühlhäuser Museen, wenden. Wir schauen uns die Sachen an und helfen Ihnen weiter“, sagte Walther.

Ein weiteres Thema für die Ortschronisten war die Öffentlichkeitsarbeit. Die Journalistin Iris Henning erklärte, wie eine Pressemitteilung aufgebaut ist und wie Kontakte zu den Medien geknüpft werden können. Sollte ein pfiffiger Ortschronist nun selbst einmal eine archäologische Entdeckung machen oder hat Interessantes aus seiner Heimatstube zu berichten, weiß er nun auch, wie man am besten die Öffentlichkeit informiert. „Für mich war es ein sehr interssanter Nachmittag“, meinte Ingrid Baumgardt, die Ortschronistin aus Großengottern. ih

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