Blick in Gartenträume

Posted by on 31. Mai 2010

Duftende Pfingstrosen, groß wie aus Alice Wunderland, klingende Tongefäße, verwunschene Gärten, ein verstecktes Schlösschen, eine mediterrane Oase inmitten der Stadt, lauschige Plätzchen und noch viel mehr: Der gestrige Tag der offenen Gärten in Mühlhausen und Umgebung hielt viele Überraschungen für die Besucher bereit.

Von Iris Henning

MÜHLHAUSEN.

Geöffnet wurde gestern, was sonst dem Spaziergänger durch die Stadt und Umgebung verborgen bleibt. 15 Gartenbesitzer luden ein in ihre Refugien und baten die Besucher in ihre grünen Lebensräume.

Eine der großen Überraschungen und Entdeckungen war die hinter alten Bäumen versteckte Villa ganz hinten im Johannistal, das in Mühlhausen auch als das „Klippenschlösschen“ bekannt ist. Auf einem wuchtigen Kalkfelsen wurde dieses Schlösschen, die Claes-Villa, Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts fühlen sich Ingrid und Günter Schramm wohl in dem Märchenhaus, das mitten in einer alten Parkanlage steht.

Klein aber von betörendem exotischen Flair empfing das Stölkersche Anwesen in der Zöllnersgasse die Besucher. Das Gestaltungstalent von Jens Stölker machte diesen einstigen Mühlhäuser Hinterhof zu einer mediterranen Oase, aus der man nur ungern wieder fortging.

Aber es gab ja noch vieles zu entdecken am gestrigen Tag. So in Bollstedt den beeindruckenden Garten des Künstlers Siegfried Böhning und den von Pfarrer Matthias Reißland und seiner Frau Annett mit viel Einfühlvermögen restaurierten bäuerlichen Hof, der der ganzen Gemeinde zur Verfügung steht. Ein Abstecher war auch die kleine Gemeinde Sollstedt wert. Zwei Gartenbesitzer beteiligten sich erstmals am Tag der offenen Gärten: die Familien Hesse und Braun. Für manchen Mühlhäuser waren die Gärten der Grund, auch einmal Sollstedt kennenzulernen. „Ich war in meinem ganzen Leben noch nicht hier, so hatte ich mal einen Anlass“, meinte Andreas Falk.

Besucheransturm verzeichnete auch Dietrich Hose in seinem traumhaft schönen Architektengarten an der Mühlhäuser Schwanenteichallee. „Bis jetzt waren mehr als 200 Gäste da“, freute sich der Initiator der offenen Gärten bereits kurz nach Mittag über das große Interesse. Zu den einigen hundert Gartengästen gehörte auch Eva Seyd. „Ich schaue mir gern so schöne grüne Lebensräume an und finde hier und da auch eine hübsche Anregung für den eigenen Garten“, sagte pensionierte Lehrerin.

Ein Garten zum Staunen war ebenfalls der der Familie Stauch an der Grünen Pforte: ein Wohngarten mit zentralem Rasenplatz und angrenzenden Gartenräumen. Vor üppigem Rhododendren und Pfingstrosen hielten die Besucher an, ebenso vor leise klingenden Keramiken, Kunstwerke von Adelheid Stauch. Mit integrierter Musik wurden sie zu Ton-Gefäßen.

Sehenswert auch die anderen beteiligten Gärten, so der Pfarrgarten am Kristanplatz, der reizvolle Puschkingarten, der kleien Stadtgarten der Familie Fleischer in der Holzstraße, der unerwartet großzügige Garten inmitten von Oberdorla von André Frank, das anspruchsvolle grüne Wohnzimmer von Familie Münzberg in Körner und der Park der Wasserburg Seebach.

Wer Lust auf noch mehr Gärten bekommen hat: Am kommenden Wochenende, 5. und 6. Juni, haben in Bad Langensalza Höfe und Gärten geöffnet.

DIASCHAU

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