Erleuchtungsfreie Medizin

Posted by on 16. Mai 2010
Im Buch Nr. 13 tötet der auch in Mühlhausen bekannte Reiseschriftsteller Andreas Altmann Buddha

„Triffst Du Buddha, töte ihn!“ Keine Angst. In diesem neuen Buch des Reiseschriftstellers Andreas Altmann wird keiner geschlachtet. Es geht auch nicht um Anstiftung zur Gewalt. Es geht um zehn lange Tage Aushalten auf dem Meditationskissen im indischen Dhamma Chakka Vipassana Center. Was dabei im Kopfkino ablief, das schrieb Altmann auf.

MÜHLHAUSEN.

Wer eine Lebensbeichte erwartet, der irrt. Altmann suchte Einkehr und Klarheit, Momente der Stille. Um festzustellen, dass sich Gedanken nicht ohne weiteres Garaus machen lassen. Sie bahnen sich ungefragt ihren Weg, auch dann noch – oder erst recht – wenn jede Form der Ablenkung untersagt ist: kein Radio, kein iPod, kein Laptop, kein Buch. Nichts darf Altmann mitnehmen. Nichts davon braucht der Mann dort. Nur eines schmuggelt der Asket in sein Lager: Notizblock und Stift. Er will festhalten, was er erlebt, was er fühlt.

Dann begibt er sich in den Selbstversuch, um eine der ältesten Meditationstechniken Indiens zu lernen: Vipassana. Zehn Tage wird er isoliert und wortlos sitzen, zehn Tage den eigenen Atem beobachten, um zu geistiger Klarheit, innerem Frieden und zum eigenständigen Denken und Handeln zu kommen. Doch nichts denken, geht nicht. Es beginnt eine irre Kopfreise , vorbei an erlittenen Niederlagen und Versäumnissen, an schönen und schmerzenden Erinnerungsbildern. Assoziationen brechen sich ihre Bahn und immer wieder werden Weltbilder infrage gestellt. Ganz zum Schluss begreift Altmann die indische Weisheit: Du musst Buddha überwinden, um deinen Weg zu gehen. Und er begreift Vipassana als Medizin „gegen das Verwelken mitten im Leben“. Man will ihm das bei der Lektüre des Buches ohne weiteres glauben.

Ganz zum Schluss des Selbstversuchs, nach zehn Tagen sitzen und schweigen, will Andreas Altmann aber nur noch eins: raus hier und sich bewegen, wieder am Leben teilnehmen.

„Triffst Du Buddha, töte ihn!“ ist ein wunderbares Buch, radikal unspirituell, gänzlich erleuchtungsfrei, kritisch-humorigen, sensibel und abgeklärt. Es ist eine Freude, sich auf dieses Buch einzulassen, es zu genießen – und darüber nachzudenken.

„Triffst du Buddha, töte ihn!“ ist das dreizehnte Buch von Andreas Altmann. Einmal wanderte er zu Fuß und ohne Geld von Paris nach Berlin und lernte dabei Mühlhausen kennen. Später, als Altmann wieder einmal hierher kam, dieses Mal offiziell als Reiseschriftsteller, stellte er in einer voll besetzten Stadtbibliothek seine Erlebnisse aus dieser Tour vor. Mittlerweile war Altmann schon drei weitere Male Gast in Mühlhausen, um aus seinen Büchern zu lesen. Einen nächsten Besuch schließt der in Paris lebende Autor nicht aus, um zu erzählen, wie es ihm gelang, völlig unblutig Buddha zu töten.

„Triffst Du Buddha, töte ihn“, Andreas Altmann, erschienen im Dumont Literatur und Kunst Verlag 2010, gebundene Ausgabe, 220 Seiten, € 18,95

Im Buch Nr. 13 tötet der auch in Mühlhausen bekannte Reiseschriftsteller Andreas Altmann Buddha

„Triffst Du Buddha, töte ihn!“ Keine Angst. In diesem neuen Buch des Reiseschriftstellers Andreas Altmann wird keiner geschlachtet. Es geht auch nicht um Anstiftung zur Gewalt. Es geht um zehn lange Tage Aushalten auf dem Meditationskissen im indischen Dhamma Chakka Vipassana Center. Was dabei im Kopfkino ablief, das schrieb Altmann auf.

MÜHLHAUSEN.

Wer eine Lebensbeichte erwartet, der irrt. Altmann suchte Einkehr und Klarheit, Momente der Stille. Um festzustellen, dass sich Gedanken nicht ohne weiteres Garaus machen lassen. Sie bahnen sich ungefragt ihren Weg, auch dann noch – oder erst recht – wenn jede Form der Ablenkung untersagt ist: kein Radio, kein iPod, kein Laptop, kein Buch. Nichts darf Altmann mitnehmen. Nichts davon braucht der Mann dort. Nur eines schmuggelt der Asket in sein Lager: Notizblock und Stift. Er will festhalten, was er erlebt, was er fühlt.

Dann begibt er sich in den Selbstversuch, um eine der ältesten Meditationstechniken Indiens zu lernen: Vipassana. Zehn Tage wird er isoliert und wortlos sitzen, zehn Tage den eigenen Atem beobachten, um zu geistiger Klarheit, innerem Frieden und zum eigenständigen Denken und Handeln zu kommen. Doch nichts denken, geht nicht. Es beginnt eine irre Kopfreise , vorbei an erlittenen Niederlagen und Versäumnissen, an schönen und schmerzenden Erinnerungsbildern. Assoziationen brechen sich ihre Bahn und immer wieder werden Weltbilder infrage gestellt. Ganz zum Schluss begreift Altmann die indische Weisheit: Du musst Buddha überwinden, um deinen Weg zu gehen. Und er begreift Vipassana als Medizin „gegen das Verwelken mitten im Leben“. Man will ihm das bei der Lektüre des Buches ohne weiteres glauben.

Ganz zum Schluss des Selbstversuchs, nach zehn Tagen sitzen und schweigen, will Andreas Altmann aber nur noch eins: raus hier und sich bewegen, wieder am Leben teilnehmen.

„Triffst Du Buddha, töte ihn!“ ist ein wunderbares Buch, radikal unspirituell, gänzlich erleuchtungsfrei, kritisch-humorigen, sensibel und abgeklärt. Es ist eine Freude, sich auf dieses Buch einzulassen, es zu genießen – und darüber nachzudenken.

„Triffst du Buddha, töte ihn!“ ist das dreizehnte Buch von Andreas Altmann. Einmal wanderte er zu Fuß und ohne Geld von Paris nach Berlin und lernte dabei Mühlhausen kennen. Später, als Altmann wieder einmal hierher kam, dieses Mal offiziell als Reiseschriftsteller, stellte er in einer voll besetzten Stadtbibliothek seine Erlebnisse aus dieser Tour vor. Mittlerweile war Altmann schon drei weitere Male Gast in Mühlhausen, um aus seinen Büchern zu lesen. Einen nächsten Besuch schließt der in Paris lebende Autor nicht aus, um zu erzählen, wie es ihm gelang, völlig unblutig Buddha zu töten.

„Triffst Du Buddha, töte ihn“, Andreas Altmann, erschienen im Dumont Literatur und Kunst Verlag 2010, gebundene Ausgabe, 220 Seiten, € 18,95

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