Vorsitzender warf das Handtuch

Posted by on 6. Mai 2010

Kaum hat seine Zeit als Vorsitzender des Vereins Kunstwestthüringer begonnen, ist sie auch schon wieder vorbei. Matthias Peinelt, der vor knapp zwei Monaten an die Spitze gewählt wurde, legte seinen Vorsitz nieder.

MÜHLHAUSEN (ih).

Froh war der Künstlerverein, dass er einen neuen, engagierten Mann an seiner Spitze hatte. Doch kaum nach zwei Monaten des Vorsitzes, gab Matthias Peinelt auf. „Ich habe mein Amt als Vorsitzender niedergelegt und überlege, auch den Verein zu verlassen“, teilte er mit.

Hintergrund seines Entschlusses sind große Meinungsverschiedenheiten über Projekte und die Zukunftsstrategie im Verein. Seinem Entschluss zur Amtsaufgabe vorausgegangen war ein heftiger Streit innerhalb einer Vorstandssitzung.

Wer nun neuer Vereinschef werden soll, ist völlig offen. „Wir machen aber auf jeden Fall weiter“, betonten mehrere Vorstandsmitglieder. Stellvertreterin von Peinelt ist Judith Unfug-Leinhos aus Thamsbrück.

Der Kunstwestthüringer begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Das ist nicht nur durch Jubiläumsfreude geprägt, sondern vor allem durch finanzielle Sorgen. So wird der Kunstwestthüringer aus eigener Kraft nicht in der Lage sein, die Galerie und das Büro an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße finanziell zu halten. „Wir sind aber dabei, Lösungen zu suchen“, versicherte der Vorstand.

Angemerkt: Zerwürfnis

Ein haushoher Streit in der eigenen Leitungsebene war eigentlich das Letzte, was der Verein Kunstwestthüringer gebrauchen konnte.

Statt sich zusammenzureißen und gemeinsam nach Lösungswegen aus der bedrückenden Finanzmisere zu suchen, ist man sich untereinander nicht grün.

Gut möglich, dass sich der „Neue“, der kaum, dass er im Verein war, sich schon an dessen Spitze gewählt sah, nicht den richtigen Ton gegenüber den „Alten“ getroffen hat. Künstlerseelen sind sensibel und leicht verletzlich.

Gerade deswegen ist nun anzunehmen, dass der „Neue“ sich nun gänzlich aus dem Verein zurückzieht. Die „Alten“ wird es vielleicht freuen, der „Neue“ wird bedrückt, aber auch erleichtert sein, sich nicht weiter vor den Karren spannen zu müssen, der nicht weiß, in welche Richtung er gezogen werden will.

Dem Kunstwestthüringer hilft dieses Zerwürfnis allerdings nicht. Im Gegenteil.

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